Sicherheit und Effektivität eines standardisierten enteralen Nahrungsaufbaus bei Frühgeborenen

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2024

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Die Komplikationen und Komorbiditäten einer Frühgeburt stehen schon lange im Fokus wissenschaftlicher Arbeiten. In den letzten Jahren gewannen vor allem der enterale Nahrungsaufbau und die Gestaltung dessen an Relevanz. Ziel dieser Studie war es, ergänzende Informationen über den Nutzen, die Sicherheit und die Effektivität eines standardisierten enteralen Nahrungsaufbaus gemäß dem STENA-Protokoll bei Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g zu ermitteln. Das STENA-Protokoll wurde in Anlehnung an einen schnellen enteralen Nahrungsaufbau erstellt. Durch eine retrospektive Datenanalyse wurden 293 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g, welche zwischen 2015 und 2018 am Universitätsklinikum Gießen geboren wurden, vor (n = 145) und nach (n =148) der Etablierung des STENA-Protokolls miteinander verglichen. Die Einführung des STENA-Protokolls führte zu einer signifikanten Verkürzung des Zeitraumes der parenteralen Ernährung um vier Lebenstage sowie zu einer schnelleren Überschreitung des Geburtsgewichts um einen Lebenstag. Zudem erzielte die STENA-Kohorte ein besseres Wachstum in der korrigiert 36. SSW mit einem anhaltenden, vergrößerten Kopfumfang mit korrigiert zwei Jahren. Die Sicherheit des STENA-Protokolls wurde bestätigt, da sich keine signifikanten Effekte auf relevante Komorbiditäten wie die NEC, die FIP, die IVH und die BPD zeigten. Eine erfolgreiche Stabilisierung auf eine nicht-invasive Beatmung war simultan zur Etablierung des STENA Protokolls möglich, sodass weniger Patienten auf eine invasive Beatmung angewiesen waren. In der Nachsorgeuntersuchung mit korrigiert zwei Jahren zeigten sich ebenfalls keine Unterschiede in der mentalen und psychomotorischen Entwicklung, was die Sicherheit zusätzlich betont. Das STENA-Protokoll war gleichermaßen auf die Gewichtsklassen unter 1000 g und 1500 g Geburtsgewicht sowie auf SGA-Pateinten anwendbar. Die Ergebnisse stimmen mit aktuellen Studienergebnissen überein und ergänzen den aktuellen Wissensstand. Eine Auswertung der Gründe für die Nichteinhaltung des Protokolls ergab, dass etwa ein Drittel der Protokollabweichungen nicht auf objektivierbare Kriterien zurückzuführen ist. Dies könnte in Zukunft interne Schulungen mit zunehmender Sensibilisierung sowie eine Ausarbeitung des STENA-Protokolls mit weiterführenden Handlungsanweisungen veranlassen.

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