Molekulargenetische Charakterisierung von Genen und Chromosomenabschnitten im Zusammenhang mit Verhalten bei Kälbern der Rassen Dt. Angus und Dt. Fleckvieh

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Ziel dieser Arbeit war die Identifizierung von Chromsomenabschnitten und Polymorphismen in Kandidatengenen, die einen Einfluss auf das Verhalten von Kälbern der Mutterkuhrassen Dt. Angus (DA) und Dt. Fleckvieh (FV) haben. Die einbezogenen Kälber stammen aus vier Jahrgängen des Lehr- und Versuchsbetriebes Rudlos. Insgesamt handelte es sich um 417 Kälber der Rasse FV und 545 Kälber der Rasse DA. Diese wurden drei Verhaltens¬tests unterzogen und dabei vier Sores vergeben (Min2AT im Anbindetest, SCEINWT bei Eintritt in die Waage, SCWGWT während des Wiegens, ScAST im Separier- und Rückhaltetest). FV-Kälber zeigten im Vergleich zu den DA-Kälbern ein unruhigeres Verhalten.Für die Auswahl der Kandidatengene wurden funktionelle Merkmale herangezogen und vier Gene (Cholecystokininrezeptor B (CCKBR) - Gen, Dopaminrezeptor D4 (DRD4) - Gen, Monoaminoxidase A (MAOA) - Gen und das Serotonintransporter (SERT) - Gen) ausge¬wählt. In diesen Genen wurden bestimmte Abschnitte (CCKBR: Ex III - Ex IV und 3 UTR; DRD4: Intron 1 - ExII; MAOA: Ex XIV - Ex XV; SERT: Intron 13 und 5 UTR), amplifiziert und mit Sequenzierung analysiert. Insgesamt konnten fünf Nukleotidaustausche detektiert werden. Für die Typisierung dieser wurden PCR-RFLP- bzw. Tetra-Primer ARMS-PCR-Analysen etabliert und die Kälber genotypisiert. Die Assoziationsanalyse erfolgte mit Chi2-Test und den Extremwerten sowie mittels Varianzanalysen, wobei mit beiden Analysen unterschiedliche Signifikanzen detektiert wurden. Unter Kombination beider Ergebnisse sind der SNP im SERT (Einfluss auf Min2AT bei FV mit p = 0,0131) und im DRD4 (Effekt auf ScAST bei DA mit p = 0,0376 und Min2AT bei FV mit p = 0,0384) mit dem Verhalten der Kälber im Zusammenhang zu sehen. In einem weiteren Teil der Arbeit wurden Mikrosatelliten auf BTA1 (BMS1928, DIK634, BMS574, BMS4020 und DIK4957) und BTA29 (BMS1857, BMS764, BMS1787, ILSTS089, MNB-127, MNB-145, MNB-109, OarHH22, BMC1206, ILSTS081, BMS1948, DIK4499, DIK5057 und MNB-101) analysiert und QTL-Analysen zu den Verhaltensscores berechnet. Hier zeigte sich ein putativer QTL auf BTA29 bei BMS764 in der Rasse Dt. Angus für SCEINWT. Im Rahmen einer Varianzanalyse mit den Mikrosatelliten auf BTA1 konnte ein Einfluss auf SCWGWT von BMS1928 (Allel 169) bei FV und von BMS574 (Allel 153) bei DA festgestellt werden. Dieses Allel hat ebenso einen Effekt auf ScAST bei FV. Das Gen des Dopaminrezeptors D4 wurde mit 14 Mikrosatelliten auf BTA29 in beiden Rassen im distalen Abschnitt des Chromosomes bei MNB-101 genetisch kartiert.

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