Interaktionen der adaptiven und angeborenen Immunität während der Pathogenese der chronischen Abstoßung experimenteller Lungentransplantate

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Das Langzeitüberleben von Patienten nach einer Lungentransplantation wird stark durch das Bronchiolitis obliterans Syndrom (BOS) limitiert. Akute Transplantatabstoßungsepisoden und Infektionen der Atemwege sind wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung des BOS. Die Etablierung eines neuen experimentellen Modells in der Ratte sollte eine Grundlage für die Untersuchung der Pathogenese von BOS liefern. Nach einer allogenen (Fischer 344 -> Lewis, F344 -> LEW), orthotopen, linksseitigen Lungentransplantation und zehntägiger Immunsuppression mit Ciclosporin, erhalten die Ratten eine intratracheale Instillation von Lipopolysaccharid (LPS) am Tag 28. Das führt zur Entwicklung histopathologischer Anzeichen von BOS - Fibrose, Gefäßremodeling und BO - bis zum Endpunkt der Untersuchung (Tag 90). Der Fokus dieser Arbeit lag auf der Untersuchung von Unterschieden zwischen isogenen (LEW -> LEW) und allogenen (F344 -> LEW) Lungentransplantaten am Tag 28 nach Lungentransplantation vor der Instillation von LPS. Dazu wurden die Transplantate histologisch auf für BOS beschriebene Veränderungen (Fibrose (Azan), Gefäßremodelling (alphaSMA, Orcein) untersucht und mit verschiedenen Antikörpern gefärbt, um Immunzellen (ED1, ED2, R73) und Progenitorzellen (Antikörper gegen Nestin) zu identifizieren. Bezüglich des angeborenen Immunsystems wurde durch qRT-PCRs für verschiedene Moleküle des Toll-like Rezeptor (TLR) -Systems in Lungen von Transplantatempfängern nachgewiesen. Die mögliche Beteiligung von proliferierenden T-Zellen an der chronischen Abstoßung von Lungentransplantaten wurde histologisch in Milzen und Lungen, sowie in mixed lymphocyte reactions (MLR) mit isolierten Blutleukozyten aus Transplantatempfängern nach Kontroll- (phosphatgepufferte Salzlösung (PBS)) oder LPS-Behandlung untersucht. Im Vergleich zu isogenen Transplantaten zeigen allogene Transplantate am Tag 28 nach der Transplantation Zeichen einer akuten Abstoßung. Gefäßremodeling und fibrotische Veränderungen sind am Tag 28 nach der Transplantation nicht vorhanden. Die peribronchiolären Infiltrate in isogenen und allogenen Lungentransplantaten enthalten zahlreiche ED1-positive Makrophagen. Die mRNA-Expression fast aller untersuchten Komponenten des TLR Systems ist in allogenen Lungentransplantaten hochreguliert. In isogenen Transplantaten wird am Tag 28 nach der Transplantation mehr Nestin exprimiert als in allogenen Transplantaten. Zu den verschiedenen Untersuchungszeitpunkten (Tag 28, 29, 33, 40) konnten keine Unterschiede im Vorhandensein von proliferierenden T-Zellen, unabhängig von der LPS-Behandlung gefunden werden. Diese Ergebnisse werden von der MLR bestätigt, wo ebenfalls keine Unterschiede im BrdU-Einbau zwischen PBS- oder LPS-behandelten Transplantatempfängern auftreten. Folgende Schlussfolgerungen können gezogen werden: Am Tag 28 nach der Transplantation sind keine Zeichen einer chronischen Abstoßung vorhanden. Isogene und allogene Transplantate unterscheiden sich jedoch zu diesem Zeitpunkt in der Infiltration mit Immunzellen und in ihrem regenerativen Potential. Außerdem ist die Aktivität des angeborenen Immunsystems, im Hinblick auf die untersuchten Komponenten des TLR-Systems, in allogenen Transplantaten hochreguliert. Diese Veränderungen könnten für die erhöhte Empfindlichkeit der allogenen Transplantate gegenüber TLR-Liganden verantwortlich sein.

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