Operationen des Pankreas am Universitätsklinikum Gießen : Ergebnisqualität, Einfluss der perioperativen Volumentherapie und Vergleich der Anastomosentechniken Pankreatogastrostomie versus Pankreatojejunostomie
Die Operationen des Pankreas sind schwerwiegende, komplikationsbehaftete Eingriffe. In der hier vorgelegten Arbeit wurde die Ergebnisqualität der zwischen dem 01.01.2004 und 31.12.2013 am Universitätsklinikum Gießen durchgeführten Pankreasoperationen im Hinblick auf stationäre Verweildauer, postoperative Komplikations- und Letalitätsraten retrospektiv evaluiert. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf dem Einfluss der perioperativen Volumengabe und der Wahl der Pankreasanastomosentechnik auf eben diese Parameter.Im untersuchten Zeitraum wurden 313 elektive Operationen am Pankreas durchgeführt und hier ausgewertet. Dabei lag der Wert der interventionsbedürftigen Komplikationen leicht unter den in jüngster Vergangenheit veröffentlichten Morbiditätsraten anderer Studien, während die intrahospitale Letalitätsrate sich mit der anderer Untersuchungen deckte. Bei der Auswertung der erhobenen Daten stellte sich heraus, dass die am Universitätsklinikum Gießen operierten Patienten einen weitaus schlechteren präoperativen Gesundheitsstatus und vorangeschrittenere Tumorstadien aufwiesen als die Studienpatienten anderer Veröffentlichungen.Auch konnte in der hier vorgelegten Arbeit gezeigt werden, dass ein restriktives perioperatives Volumenregime sich offenbar positiv auf das Outcome bei Pankreasoperationen auswirkt. Bei zurückhaltender Flüssigkeitsgabe traten bei besserem postoperativem, intensivmedizinischem Gesundheitsstatus signifikant weniger schwerwiegende Komplikationen auf. Ein Faktor, dem in weiterführenden prospektiven Studien nachgegangen werden sollte.Im Vergleich der Operationstechniken der Pankreatojejunostomie und Pankreatogastrostomie konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den allgemeinen Komplikationsraten festgestellt werden. Sowohl Pankreasfisteln als auch Pankreasanastomoseninsuffizienzen traten bei beiden Operationstechniken ähnlich häufig auf. Somit ist von einer Gleichwertigkeit der Anastomosenarten im Hinblick auf die Ergebnisqualität auszugehen.
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