Intramuskuläre und intravenöse Anästhesie mit Dexmedetomidin und Levomethadon beim Hund
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es unter klinischen Bedingungen die Kombination desalpha2-Adrenorezeptoragonisten Dexmedetomidin (Dexdomitor®) mit dem Opioid Levomethadon(l-Polamivet®) zu untersuchen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Eignung diesesProtokolls unter klinisch-physiologischen und praktischen Gesichtspunkten sowie eventuellenVor- oder Nachteilen der intravenösen versus der intramuskulären Applikationsart.In die Studie werden 30 Hunde beliebiger Rassen und beider Geschlechter einbezogen, dieaufgrund eines Standardeingriffs (Computertomographie der Ellbogengelenke mit anschließenderArthroskopie) vorgestellt werden. Alle Tiere können nach der präanästhetischen Untersuchungin die ASA-Risikogruppen 1 oder 2 eingeordnet werden. Die Hunde werden randomisiertin 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe IV erhält Dexmedetomidin in einer Dosierung von375 & #956;g/m2 Körperoberfläche intravenös injiziert. Dem folgt nach 15 Minuten eine intravenöseInjektion von l-Methadon, in einer Dosierung von 375 & #956;g/kg Körpermasse. Gruppe IM erhältDexmedetomidin in der derselben Dosierung intramuskulär. Es folgt eine CT-Untersuchungder Ellbogen, das Legen eines arteriellen Zugangs und die Operation. Reicht dieAnästhesietiefe präoperativ nicht aus, so wird Propofol nach Bedarf injiziert. Während derOperation erfolgt die Erhaltung der Anästhesie mit Isofluran. Bei Ankunft im Aufwachraumwird den Tieren Atipamezol in einer Dosierung von 750 & #956;g/m2 Köperoberfläche intramuskulärinjiziert und die Tiere werden weiter beobachtet, bis zum Erlangen der Geh- und Stehfähigkeit.Während des gesamten Untersuchungszeitraums werden Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck,Sedationstiefe und allgemeine Beobachtungen erfasst. Nach Legen des arteriellen Zugangserfolgt mehrfach eine Analyse der arteriellen Blutgasparameter. Bei Abfall der Herzfrequenzunter 50 Schlägen/min wird den Tieren Atropin in einer Dosis von 0,1 mg/kg KMinjiziert.Die zwischen den beiden Behandlungsgruppen festgestellten statistisch signifikanten Unterschiedesind dennoch von klinisch untergeordneter Bedeutung. Die intramuskuläre Injektionführt zwar zu einer verzögert eintretenden Sedation, die jedoch innerhalb der ersten 15 Minuteneine ausreichende Tiefe erlangt.Beide Behandlungen führen zu einer vollauf zufriedenstellenden Sedation und Anästhesie.Die Intubation und das Legen eines arteriellen Katheters sind problemlos möglich. Größereund lang andauernde operative Eingriffe können ebenfalls problemlos durchgeführt werden.Die Aufwachphase verläuft in 29 Fällen komplikationslos schnell ab. Die Tiere sind durchschnittlich17 Minuten nach Ende der Operation wieder geh- und stehfähig.Die kardiovaskulären Nebenwirkungen im Sinne einer Bradykardie, die kurz nach Injektiondes Dexmedetomidins auftreten, machen in 87 % der Fälle eine 1 bis 3-malige Injektion vonAtropin notwendig. In Kombination mit dem im l-Polamivet® enthaltenen Fenpipramid entstehteine Tachykardie mit Maximalwerten bis zu 220 Schlägen/min und eine anhaltendeHypertension. Aufgrund dieser Entwicklung ist das hier angewendete Dosisschema zu überdenken.Und weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob eine Reduktion derDexmedetomidindosis die initiale Bradykardie so sehr abschwächt, dass vor Injektion des l-Polamivet®, keine zusätzliche Atropingabe zu erfolgen braucht.Die Kombination von Dexmedetomidin mit einem Opioid führt zu einer deutliche Atemdepression.Diese äußert sich in einer Globalinsuffziens, mit Hyperkapnie (Anstieg derendexpiratorischen CO2-Konzentration, Anstieg des arteriellen CO2-Partialdrucks und respiratorischeAzidose), Hypoxie im Sinne einer reduzierten Sauerstoffsättigung des Hämoglobinsund reduzierter Atemfrequenz bis zum zeitweiligen Atemstillstand. Daher ist es in der Vorbereitungsphasenötig, 13 Hunde kurzzeitig manuell zu beatmen und 18 Tieren zusätzlich Sauerstoffzuzuführen. Aus diesen Gründen ist zu empfehlen, den Tieren stets prophylaktisch zusätzlichenSauerstoff zuzuführen und die Möglichkeiten für die manuelle oder maschinelleBeatmung bereitzuhaben und im Ernstfall rechtzeitig einzugreifen.Alles in allem sprechen keine zwingenden Gründe gegen die getestete Anästhesie, jedochsollten weitere Studien zur Optimierung der Dosis und Reduktion der Nebenwirkungen erfolgen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
