Ziel der vorliegenden Arbeit war es, ein sicheres MR-kompatibles Kathetersystem, dessen Visualisierung auf passiven Bildgebungstechniken beruht, zu entwickeln und zu optimieren. Bei sechs gesunden Schweinen wurde mit einem Katheterprototyp ein Gemisch aus Kontrastmittel und Farbstoff unter Röntgendurchleuchtung in das linksventrikuläre Myokard injiziert. Die Herzen wurden postinterventionell kernspintomografisch und ex vivo examiniert. Zur Testung der MR-Sichtbarkeit in Echtzeitsequenzen wurden mit dem Kathetersystem MR-Messungen im Phantom durchgeführt.Mit jeder Katheterausführung konnte das KM-Farbstoff-Gemisch erfolgreich und sicher in den Herzmuskel injiziert werden. Es wurden die Versorgungsgebiete der drei großen koronararteriellen Äste (RIVA, RCX, RCA) erreicht. In der MR-Bildgebung konnte der Katheter eindeutig abgegrenzt werden und im Phantom erlaubte die Artefaktgröße (6 mm) eine Echtzeitverfolgung (12,5 Bilder pro Sekunde). Kernspintomografisch wurde eine intramyokardiale KM-Aufnahme nachgewiesen. Alle Versuchstiere waren während und nach den durchgeführten Prozeduren kreislaufstabil. Bei der Sektion der Herzen zeigten sich eine großflächige Verteilung und gute Eindringtiefe des Farbstoffes und mit den ersten Katheterausführungen vereinzelte Hämatome im Bereich einiger Injektionsstellen, die nach schrittweiser Modifikation des Katheters nicht mehr auftraten.In der vorliegenden Arbeit wurde ein sicheres MR-kompatibles Kathetersystem vorgestellt und weiterentwickelt, mit dessen Hilfe ein perkutaner endovaskulärer Eingriff zur intramyokardialen Injektion auch beim Menschen möglich wäre. Mit der Etablierung eines Katheters im klinischen Alltag könnte KHK-Patienten eine neue Therapieoption geboten und so die Patientenversorgung verbessert werden.
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