Funktionsüberwachung von Traubenwickler-Verwirrungsdispensern im biologisch-technischen Pflanzenschutz

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Seit den 1980er Jahren ist in Deutschland der Einsatz von Dispensern für die Konfusionsmethode im Weinbau erlaubt. Hiermit ist eine insektizidfreie, ökologisch verträgliche, biotechnische Bekämpfung von Lobesia botrana und Eupoecilia ambiguella möglich. Für eine erfolgreiche Bekämpfung mit Hilfe der Verwirrungsmethode ist vor allem eine gleichmäßige Pheromonwolke im Weinberg über die gesamte Saison von Bedeutung. Diese kann durch eine konstante Abgaberate der Dispenser gewährleistet werden. Die Qualität, und damit vor allem die Abgaberate, kann durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst werden. So wird die Qualität direkt durch die Produktqualität beeinflusst, wie zum Beispiel die eingefüllte Pheromonmenge, -zusammensetzung und reinheit. Indirekt wird die Qualität durch Windstärke, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Laubbestand beeinträchtigt. Zurzeit sind in Deutschland RAK 1+2 Dispenser der Firma BASF zugelassen. Daneben sind jedoch noch weitere Dispenser, Isonet LE Dispenser der Firma Shin-Etsu Chemicals Co. auf dem europäischen Markt vorhanden, die aber in Deutschland nicht zugelassen sind. Diese Dispenser sollen eine bessere Wirkung als RAK 1+2 Dispenser erzielen. Jedoch ist die Anwendung dieser Dispenser auch nicht immer zufrieden stellend. Die Dispenser enthalten die Pheromonkomponenten des Einbindigen ((Z)-9-Dodecenyl Acetat) und des Bekreuzten Traubenwicklers ((E,Z)-(7,9)-Dodecadienyl Acetat). In dieser Arbeit soll herausgestellt werden, welche Faktoren Einfluss auf die Qualität und die Wirkungsweise der Dispenser nehmen. Dafür werden neuwertige Dispenser und Dispenser, die eine Saison in Freiburg im Bestand hingen und bei denen die Wirkung nicht zufrieden stellend war, verglichen. Dafür werden die Dispenser in einen Windkanal gehängt und deren Abgaberate durch regelmäßiges Wiegen ermittelt. Ebenso wird durch die CLSA (Closed-Loop-Stripping-Analyse) und Gaschromatographie die Abgaberate bestimmt, sowie der Anteil an der Abgaberate der zwei verschiedenen Pheromonkomponenten. Die Abgaberate der neuwertigen Dispenser sowie der Dispenser aus dem Bestand hat während der Zeit im Windkanal abgenommen. Die durchschnittliche Abgaberate der neuwertigen Dispenser, ermittelt durch Wägung, beträgt 2,89 mg/Tag und die der Dispenser aus dem Bestand 0,92 mg/Tag. Die Abgaberaten, ermittelt durch CLSA, liegen zwischen 1,25 mg/Tag und 0,06 mg/Tag. Damit befinden sie sich deutlich unter der minimalen Abgaberate von 1,5 mg/Tag. Die Dispenser aus dem Bestand können jedoch demnach keine erfolgreiche Verwirrung mehr erreichen und nicht mehr weiter verwendet werden. Durch die Wägung wird bestätigt, dass die neuwertigen Dispenser wirksam sind, da die Abgaberate über der minimalen Abgaberate liegt. Bei den CLSA-Versuchen wird deutlich, dass zu Beginn des Versuchs der Anteil an (Z)-9-Dodecenyl Acetat höher ist als der von (E,Z)-(7,9)-Dodecadienyl Acetat. Dieses Ergebnis ist unerwartet, da die Dispenser 223,1 mg (E,Z)-(7,9)-Dodecadienyl Acetat und 178,2 mg (Z)-9-Dodecenyl Acetat enthalten. Die Verwirrungsmethode hat trotz der hohen Abgaberate der Isonet LE Dispenser im Bestand nicht die erwünschte Wirkung erzielt. Deshalb haben mit hoher Wahrscheinlichkeit äußere Faktoren auf den Dispenser und die Abgaberate gewirkt. Ebenfalls kann die Zusammensetzung der Füllmenge und die differenzierte Abgabe der einzelnen Pheromonkomponenten einen Einfluss auf die Wirkung genommen haben.

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