Untersuchungen zum Rückstandsnachweis von Cephalosporin-Antibiotika in Kuhmilch nach therapeutischer Applikation unter Verwendung immunchemischer und mikrobiologischer Verfahren
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Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Nachweis der beta-Laktamantibiotika Cefquinom und Ceftiofur in Milch von Kühen nach therapeutischer Applikation aufgrund einer klinischen bakteriellen Infektion. Zum Wirkstoff- bzw. Rückstandsnachweis wurden Enzymimmuntests (EIA) eingesetzt, zum einen ein EIA für Cefquinom, zum anderen ein EIA zum Nachweis des Ceftiofur-Metaboliten Desfuroylceftiofur (DFC). Mit diesen Tests wurden Nachweisgrenzen für Cefquinom von 1,5 ng/ml und für DFC von 25 ng/ml erreicht, was jeweils deutlich unterhalb der entsprechenden Höchstmengen (MRL) für diese Stoffe lag (Cefquinom: 20 ng/ml, DFC: 100 ng/ml). Weiterhin wurde ein verbessertes mikrobiologisches Verfahren auf der Basis des Brillantschwarz-Reduktionstests (BRT-P) zum qualitativen Hemmstoffnachweis eingesetzt. Die Nachweisgrenzen für Cefquinom (ca. 20 ng/ml) und DFC (ca. 50-100 ng/ml) lagen auch hier im Bereich der Höchstmengen. Für den Nachweis von Cefquinom wurde zusätzlich ein qualitativer Rezeptortest (beta-s.t.a.r.) eingesetzt, die Nachweisgrenze lag bei 10 ng/ml.Insgesamt wurden von 12 Milchkühen 329 Milchproben in die Enzymimmuntests für Cefquinom und Desfuroylceftiofur eingesetzt und untersucht, 252 Milchproben im BRT-P und 118 Milchproben im Rezeptortest.Fünf Kühe wurden aufgrund einer klinischen Mastitis gleichzeitig intramuskulär und zusätzlich auf dem betroffenen Viertel intramammär über drei Tage hinweg mit Cefquinom behandelt. Es zeigten sich für das intramammär behandelte Viertel im Behandlungszeitraum hohe Rückstandsgehalte von bis zu 27 & #956;g/ml, während in den übrigen Eutervierteln die Rückstands-Konzentrationen für Cefquinom deutlich unterhalb des MRL lagen. Zum Ablauf der Wartezeit wurden in keinem Fall Rückstände oberhalb des MRL festgestellt.Zwei Kühe wurden unter Einsatz einer intramammären Applikation eines Cefquinom-haltigen Präparats trockengestellt. Bereits das erste Gemelk post partum (>35 Tage nach Trockenstellen) wies nur noch geringe Cefquinom-Gehalte im Bereich des MRL auf, nach Ablauf der Wartezeit (1 Tag) bzw. nach Ende der Kolostralmilch-Wartezeit (5 Tage) waren nur noch Spuren bzw. keine (<1,5 ng/ml) Rückstände von Cefquinom messbar.Vier Kühe wurden aufgrund bakterieller Infektionen (ohne Beteiligung des Euters) jeweils über drei Tage hinweg subkutan mit Ceftiofur behandelt. Die in einzelnen Sammelmilchproben im Behandlungszeitraum gemessenen DFC-Gehalte lagen bei 25-70 ng/ml, damit unterhalb der Höchstmenge. Maximal drei Tage nach Behandlungsende waren keine DFC-Rückstände mehr feststellbar (<25 ng/ml).Ein Tier das Cefquinom in Form eines Trockenstellerpräparats erhalten hatte, dann jedoch vorzeitig (10 Tage nach Applikation des Trockenstellerpräparates) abkalbte, wurde nach der Geburt (3 Tage post partum) aufgrund einer Endometritis zusätzlich mit Ceftiofur subkutan behandelt. Bei diesem Tier lagen die Gehalte sowohl an DFC als auch an Cefquinom teilweise über dem MRL-Niveau.Grundsätzlich zeigten die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen, dass sowohl für Cefquinom als auch für Ceftiofur bzw. DFC bei vorschriftsmäßiger Anwendung an klinisch erkrankten Kühen keine unerlaubten Rückstände in der Milch zu erwarten sind, ja dass die MRL-Konzentrationen im Normalfall sogar deutlich vor Ablauf der Wartezeit unterschritten werden. Bei kombinierter mehrfacher Applikation verschiedener Präparate in Verbindung mit schweren Störungen des Allgemeinbefindens des behandelten Tieres ist jedoch mit erhöhten Rückstandskonzentrationen in Milch über einen längeren Zeitraum zu rechnen.Der Vergleich der quantitativen Ergebnisse der Enzymimmuntests mit den qualitativen Befunden des mikrobiologischen Tests (BRT-P) und nur für Cefquinom durchgeführt des Rezeptortests (beta-s.t.a.r.) ergab eine zufriedenstellende Übereinstimmung. Lediglich im Bereich der Nachweisgrenze des BRT-P wurden häufiger diskrepante Befunde erzielt. Der BRT-P ist dennoch das erste mikrobiologische Routineverfahren, mit dem Rückstände von Cefquinom und Desfuroylceftiofur auf MRL-Niveau nachweisbar sind. Der Rezeptortest ist zum Nachweis von Cefquinom auf MRL-Niveau auch beim Einzeltier geeignet.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
