Osteoporose als systemische Erkrankung des Skeletts imponiert histologisch durch eine gestörte Knochenarchitektur und unausgewogene Knochenumbauvorgänge. Die Knochendichte sinkt. In der klinischen Diagnostik spielt daher die DXA-Messung eine zentrale Rolle. Pathophysiologisch steht bei diesem Krankheitsbild das Missverhältnis aus gesteigerter Resorption mit geringer Formation von Knochensubstanz im Fokus. In dieses Gleichgewicht nehmen viele verschiedene Faktoren Einfluss. Die mit 95% häufigste Form der Osteoporose wird durch den postmenopausalen Östrogenmangel der Frau bedingt. In Deutschland lag die Prävalenz der Osteoporose im Jahre 2009 bei 14% der über 50 jährigen beider Geschlechter. Das Lebenszeitrisiko eine Osteoporose-assoziierte Fragilitätsfraktur zu erleiden liegt derzeit für Frauen bei bis zu 50%, bei Männern bis zu 22%. In Zukunft werden durch den demografischen Wandel diese Zahlen weiter anwachsen, sodass ein detailliertes Verständnis der Abläufe der osteoporotischen Defektheilung immer bedeutender wird.Anders als im menschlichen Körper konnte in dieser Studie im Schafmodell eine manifeste Osteoporose mit Abnahme der Knochendichte erst durch eine dreifache Osteoporoseinduktion mittels Ovarektomie, Kalzium- und Vitamin D-arme Diät sowie Glukokortikoidinjektionen (OVXDS) erreicht werden. Histologische Kennzeichen der Defektheilung in OVXDS waren der bis nach achtmonatiger Heilung verbleibende Weichteilkallus und bestehende Knorpelreste mit geringem Col X-Gehalt. Strukturelle Veränderungen konnten sowohl in Spongiosa als auch in Kortikalis beobachtet und auf diese Weise die weitreichenden Auswirkungen der Osteoporose dokumentiert werden. Weiterhin war der Anteil des knochentypischen Col I in OVXDS am geringsten und das osteozytäre Netzwerk gestört. Zusammen mit der osteozytären Überexpression von RANK-L mit gesteigertem RANK-L/ OPG-Quotienten konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass sich in OVXDS definitionsgemäß nach achtmonatiger Heilung eine Pseudarthrose entwickelte. Zusätzlich zur insuffizienten Heilung konnte histomorphometrisch eine Mineralisierungsstörung aufgedeckt werden, in der unkoordiniert kollagenes Gewebe verknöchert wird. In vivo wurden diese Vorgänge durch die geringste Mineralisationsrate bewiesen. Diese Erkenntnisse können in Zukunft dazu beitragen, die chirurgische Behandlung osteoporotischer Frakturen an die Herausforderungen anzupassen und die suffiziente Versorgung durch Entwicklung neuer Implantate und Materialien zu gewährleisten.
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