Die Rolle der verschiedenen Stickstoffmonoxidsynthasen (NOS) in der Pathogenese der Pulmonalen Hypertonie wird kontrovers diskutiert. Insbesondere die Rolle der induzierbaren NO-Synthase (iNOS oder NOS2) ist wenig untersucht. Im Rahmen dieser Arbeit erfolgten Untersuchungen in einem etablierten experimentellen Modell der Pulmonalen Hypertonie durch Injektion des Alkaloids Monocrotalin in der Ratte. In diesem klinisch relevanten Modell der PH konnte eine signifikant erhöhte Expression der iNOS beobachtet werden. Durch Einsatz des oral verfügbaren selektiven iNOS Inhibitors L-N6-(iminoethyl)-lysin (L-NIL) sollte dessen therapeutischer Nutzen und die Wirkung einer spezifischen iNOS Hemmung untersucht werden. Ratten erhielten 14 Tage nach s.c. Injektion von 60 mg/Kg MCT entweder Placebo oder L-NIL im Trinkwasser über einen Zeitraum von 14 Tagen. Tiere der Therapie-Gruppe zeigten eine signifikante Reduktion des rechtsventrikulären Drucks (p<0,01 vs MCT) und der Herzratio als Ausdruck einer verminderten Rechtsherzhypertrophie (p<0,05 vs MCT).Interessanterweise konnte durch 14-tägige Behandlung mit L-NIL die zunächst durch MCT erniedrigte Expression von eNOS um 43 % erhöht werden (p<0,01 vs MCT). Western Blot Analysen der neuronalen NO-Synthase zeigten eine stark vermehrte Expression nach L-NIL Therapie. Die Ergebnisse dieser Arbeit deuten darauf hin, dass die iNOS, eine entscheidende Rolle in der Progression der Erkrankung spielt. Zum ersten Mal erfolgte die kontinuierliche und perorale in vivo Anwendung eines selektiven iNOS Inhibitors in diesem Tiermodell. Die in dieser Studie gezeigte, partielle Wiederherstellung der durch MCT eingeschränkten eNOS Expression durch selektive iNOS Hemmung legt nahe, dass spezifische iNOS-Hemmung einen therapeutischen Ansatz zur Behandlung der Pulmonalen Hypertonie darstellen könnte.
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