Postoperative Auswirkungen von Blutleere und Blutsperre in der Knieendoprothetik

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2019

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Die Implantation von Knieendoprothesen gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland. Das Auftreten von thromboembolischen Komplikationen sowie die Fragestellung ob eine mögliche Reduktion der Operationszeit zur Einsparung von Bluttransfusionen führt, wird in zahlreichen Studien kontrovers diskutiert. Ebenso bestehen widersprüchliche Ergebnisse zur Auswirkung der Blutsperre auf den Blutverlust. Der Vergleich beider Methoden in Hinblick auf den Blutverlust, die Operationszeit sowie auf das Auftreten von Thrombosen war das primäre Ziel dieser Arbeit.In der vorliegenden Studie wurden insgesamt 376 Patienten in zwei Gruppen retrospektiv ausgewertet. Gruppe 1 (n = 285) mit Einsatz der Blutleere und Gruppe 2 (n = 92) mit Einsatz der temporären Blutsperre für die Dauer des Zementiervorganges.Eingeschlossen wurden in die Studie Patienten, welche zwischen Oktober 2010 und Dezember 2012 in der Abteilung für Orthopädie am Universitätsklinikum Gießen eine unikondyläre Knieprothese, eine bikondyläre Oberflächenersatzprothese mit und ohne Patellarückflächenersatz oder eine gekoppelte Prothese erhalten haben.Die Operationsdauer, die Dauer der Blutleere und der temporären Blutsperre, die Anzahl der eingelegten Drainagen wurden dem Operationsbericht oder dem Narkoseprotokoll entnommen.Zur Berechnung des peri- und postoperativen Blutverlustes wurden Hämatokrit- und Hämoglobinwert des Patienten einen Tag vor und einen Tag nach der Operation verwendet. Das Auftreten postoperativer Komplikationen wie Thrombose und Embolie wurde der stationären Verlaufsdokumentation entnommen. In der vorliegenden Studie konnte im direkten Vergleich die prä- zu postoperative Hämoglobin Differenz zwischen beiden Gruppen, in Gruppe 2 einen signifikant höheren Hb-Abfall, durchschnittlich um 3,4 mg/dl (±1,8) nachweisen.Die vorliegende Studie zeigt, dass durch die Durchführung einer Knie-TEP in Blutleere, der intraoperative Blutverlust geringer und die Operationszeit kürzer ist ohne direkten Einfluss auf die Transfusionsrate. Hingegen ist das Risiko für das Auftreten einer thromboembolischen Komplikation signifikant erhöht.Um eine eindeutige Empfehlung zu geben, ob die Knie-TEP Implantation in Blutleere, Blutsperre oder ohne Tourniquet durchgeführt werden sollte, sind weitere Studien, vor allem solche die alle Gruppen hinsichtlich der Komplikationen miteinander vergleichen, notwendig.


Total knee arthroplasty represents one of the most frequent surgical procedures. In literature the appearance of thromboembolic complications as well as the question whether a reduction of surgical time leads to savings of blood transfusions has been discussed controversely. In addition there are contradictory results about the effect of the use of tourniquet on blood loss. Focus of the presented study is the comparison of both methods with regard to blood loss, surgical time as well as the appearance of thromboembolic events.In the presented study a total of 376 patients have been randomised in two groups. Group I (n=285) with the use of ischemia and group II (n=92) with the use of temporary blood arrest (Esmarch ischemia) for the time of cementation.All patients who received a total knee arthroplasty between october 2010 and december 2012 at the orthopaedic department of the University Clinic Gießen were included in the study.Surgical time, time of ischemia and Esmarch ischemia as well as amount of drainages have been documented. In order to measure the peri- and postoperative blood loss hematocrit and hemoglobin of patients one day before and one day after surgery has been used. The appearance of postoperative complications (thromboembolic events and embolism) have been analysed.The comparison between both groups presented a significant decrease of hemoglobin of 3.4 mg/dl (+-1.8) in group II.The presented study indicates that the use of ischemia in total knee arthroplasty leads to less intraoperative blood loss and shorter surgical time without direct influence on the transfusion rate. The risk of thromboembolic events is significantly higher.Further studies are necessary in order to give a specific recommendation whether total knee arthroplasty in ischemia or Esmarch ischemia is favorable.

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