In der Region Limburg-Weilburg sind 2009 eine Palliativstation und 2011 ein ambulantes Palliativnetzwerk gegründet worden. Ziel der vorliegenden Dissertation war es zu erfassen, wie die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die Qualität der regionalen palliativmedizinischen Versorgung und die Kooperation mit den beiden genannten Einrichtungen beurteilen; konsekutiv könnten sich hieraus Ansätze für eine Optimierung der Zusammenarbeit ableiten lassen. Methode: 139 niedergelassene Haus-und Fachärzte der Region erhielten per Post einen fünfseitigen Fragebogen mit einleitenden und erklärenden Informationen sowie der Bitte, diese Bögen anonym zurückzusenden. Zusätzlich wurden 5 Interviews geführt. Ergebnisse: 81 Bögen (58%) wurden zurückgesandt. Die Kollegen weisen bisher im Durchschnitt 3,2 Patienten sowohl auf die Palliativstation als auch in das Netzwerk ein. Ärztinnen weisen zwei Patienten mehr ein als ihre männlichen Kollegen, und in einer Gemeinschaftspraxis tätige Ärzte 5,5 Patienten mehr als Kollegen in einer Einzelpraxis. 11% der Ärzte kennen das Palliativnetzwerk nicht. 45% geben an, das Palliativnetzwerk regelmäßig und häufiger als bisher nutzen zu wollen. 93% der Befragten halten die Palliativstation für eine wichtige Einrichtung. Mit der dortigen Versorgung sind 89%, mit der Entlassung 81% zufrieden. Das Palliativnetzwerk wird von 92% der Befragten als eine wichtige Einrichtung gesehen. Mit der Versorgung und dem Ablauf der Aufnahme zeigen sich 76% zufrieden. 75% der Ärzte empfinden die Zusammenarbeit als kooperativ. Über 85% betrachten die Arbeit des Palliativnetzwerkes als sinnvolle Unterstützung, die in eine Verbesserung der Patientenversorgung mündet. 33% der Ärzte sind nach Einbindung des Palliativnetzwerkes seltener beim Patienten, aber 59% der Niedergelassenen setzen die hausärztliche Tätigkeit unverändert fort. 27 % wünschen sich eine bessere Strukturierung und 32% mehr Beteiligung an Therapieentscheidungen. Über 51% der Befragten verstehen sich als Teil des Palliativteams, und 48% sehen den Hausarzt als wichtigsten Palliativmediziner. 23% wünschen sich eine palliativmedizinische Weiterbildung, eine Tätigkeit im Netzwerk wird aus Zeitgründen von den meisten jedoch ausgeschlossen. Fazit: Die stationäre und ambulante palliativmedizinische Versorgung der Region Limburg-Weilburg wird von den dort niedergelassenen Ärzten positiv beurteilt und als Unterstützung gesehen. Die Zusammenarbeit bedarf noch einer besseren Strukturierung, auch wollen die niedergelassenen Ärzte häufiger in Therapieentscheidungen eingebunden werden.
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