Mutationen im Gen des Retinitis Pigmentosa GTPase Regulators (RPGR)stellen die häufigste Ursache für X-chromosomale Retinitis Pigmenotsa (RP)dar. Die meisten der verantwortlichen Mutationen treten in einer spezifischenrepetitiven Region des terminalen Exons ORF15 auf, die deshalbals mutation hot spot bezeichnet wird. Punktmutationen im ORF15 verursachenLeserasterverschiebungen, die zu einer veränderten C-terminalenAminosäure-Kette mit möglichen toxischen Effekten führen. In dieser Arbeitwurde ein Mausmodell entwickelt, bei dem die Deletion eines Basenpaareszu einer Aminosäureveränderung führt, die der des menschlichenmutierten Proteins gleicht.Die pathologische Mutation und weitere stille Mutationen wurden mittelshomologer Rekombination eines Vektorkonstrukts in murine ES Zellen eingeführt.Die Genotypisierung der ES Zellen und später der Tiere wurdemittels PCR, RT-PCR, Restriktionsverdau und Sequenzierung durchgeführt.Für histologische Untersuchungen wurden Paraffin- sowie Semidünnschnitteund elektronen-mikroskopische Aufnahmen angefertigt.Der Targeting-Vektor wurde in C57/BL6-129sv hybrid ES Zellen eingeführtund die positiven Klone in Blastozysten implantiert. Die Chimären wurdengenotypisiert und in einen BL/6J Hintergrund zurückgekreuzt. HistologischeUntersuchungen der Retinae deuten auf eine fortschreitende Reduktionder Retinadicke hin, außerdem finden sich delokalisierte Nuclei in derSchicht der Inneren Segmente und eine Auflösung der Membrana LimitansExterna. Ab einem Alter von 6 Wochen sind umfassende morphologischeVeränderungen der Photorezeptorzellen zu beobachten.Das neu erzeugte Mausmodell bildet einen degenerativen Phänotyp aus,was auf die Aktivierung eines ähnlichen oder verwandten pathologischenVerlaufs, verglichen mit dem beim Menschen, hindeutet. Dieses Model wirdzukünftig Einblicke in die pathologischen Mechanismen gewähren, die ander retinalen Degeneration beteiligt sind, ebenso wie in die biochemischenGründe für die Toxizität der veränderten Proteine. Es soll jedoch zukünftigauch als Therapiemodell dienen, weshalb eine Erkennungssequenz für dieHomingendonuklease I-SceI integriert wurde, um eine spätere Sequenzreparaturmittels homologer Rekombination an den Chromosomen der Photorezeptorendurchführen zu können.
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