Vorhersagbarkeit des Therapie-Erfolgs durch eine spezifische Therapie der pulmonalen Hypertonie anhand der akuten Ansprache der pulmonalen Hämodynamik auf inhalative Prostanoide
Hintergrund: Die Pulmonale Hypertonie (PH) ist eine bis heute nicht heilbare Erkran- kung. Ziel der Diagnostik ist vor allem, ein für den Patienten und die spezifische Entität dieser Erkrankung optimales Therapieregime zu erstellen. So gelang es Sitbon et al. (1998), anhand der akuten Ansprache auf Stickstoffmonoxid in der Rechtsherzkatheter- untersuchung Vorhersagen über einen Langzeittherapieerfolg mittels Calciumkanalblocker (CCB) zu treffen. Patienten, die in der akuten Situation einen Abfall des mittleren pulmonalen arteriellen Drucks (mPAP) um mindestens 20% des Ausgangswerts aufweisen, haben eine sehr hohe Langzeittherapieerfolgswahrscheinlichkeit bei Verwendung von CCB.Hypothese: Wir prüften in unserer Studie, ob anhand der akuten Vaso-Reaktionsfähigkeit auf Prostazyklinanaloga in der Rechtsherzkatheteruntersuchung diejenigen Patienten zu detektieren sind, die in besonderem Maße von einer Langzeittherapie mit Iloprost, Sildenafil und / oder Bosentan profitieren.Methoden: Im Zeitraum 1997-2011 wurden insgesamt 570 Patienten mit der Diagnose PH untersucht. In der ersten Rechtsherzkatheteruntersuchung erhielten die bislang therapienaiven Patienten das Prostazyklin Iloprost; die akute Ansprache wurde dokumentiert. Anhand weiterer Rechtsherzkatheteruntersuchungen unter der Langzeittherapie mit den Medikamenten Iloprost, Bosentan und Sildenafil wurden statistische Zusammenhänge zwischen Akutansprache und Langzeittherapieerfolg bestimmt.Ergebnisse: Für alle von uns untersuchten Ätiologien der PH (idiopathische pulmonalarterielle Hypertonie (IPAH), assoziierte pulmonalarterielle Hypertonie (APAH), pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankung und/oder Hypoxie (LD-PH) und pulmonale Hypertonie aufgrund chronischer Thrombembolien (CTEPH)) konnte in der akuten Vasoreaktivitätstestung durch Iloprost eine signifikante Besserung der Hämodynamik und den von uns betrachteten klinischen Parameter (mPAP, pulmonal-vaskulärer Widerstand (PVR), Cardiac Index (CI), New York Heart Association Klassifikation (NYHA) und 6-Minuten-Gehtets (6-MWT)) erreicht werden. Uneingeschränkt gezeigt werden, konnte die statistisch signifikant positive Ansprache auf eine Langzeittherapie bei Patienten mit IPAH für Iloprost und Sildenafil, bei Patienten mit APAH für Sildenafil, bei Patienten mit LD-PH für Bosentan und bei Patienten mit CTEPH für Sildenafil. Schließlich zeigten sich signifikante Hinweise auf den Krankheitsverlauf bei Betrachtung der akuten Vasoreaktivitätstestung. Das Abfallen des mPAP in der Akuttestung ist positiv prädiktiv für PVR und NYHA und das Abfallen des PVR für den NYHA bei IPAH- Patienten unter Bosentantherapie. Bei Patienten mit einer APAH unter Bosentantherapie ist der mPAP prädiktiv für die zurückgelegte Strecke im 6-MWT. Für Patienten mit LD-PH konnten wir zeigen, dass mPAP, PVR und CO als Prädiktoren für Patienten unter Iloprosttherapie genutzt werden können, hier konnte die Korrelation für mPAP, PVR und NYHA gefunden werden. Zudem konnte gezeigt werden, dass der mPAP als Prädiktor für Patienten unter Bosentantherapie für den PVR dienlich sein kann. Für die Gruppe der CTEPH Patienten konnten wir zeigen dass mPAP und PVR eine Vorhersage des Therapieverlaufs unter Iloprost und Sildenafil ermöglichen und der CO der Akuttestung auf Langzeittherapieerfolge unter Bosentantherapie hinweisen kann.Fazit: Es existieren signifikante Parameter in der akuten Vaso-Reaktivitätstestung von Prostazyklinanaloga, die eine Vorhersage des Langzeittherapieerfolges ermöglichen.
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