Pharmakologie und Signaltransduktion von Kininrezeptoren in Peritubulärzellen des Rattenhodens
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Zusammenfassung
In der Literatur konnten alle Komponenten eines funktionierenden Kallikrein-Kinin-Systems im männlichen Reproduktionstrakt nachgewiesen werden. Die Expression der einzelnen Komponenten hängt dabei vom Alter des Tieres und vom Stadium der Spermatogenese ab. Dies lässt eine Beteiligung des Kallikrein-Kininsystem an der Regulation der Spermatogenese vermuten. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den bereits in Peritubulärzellen aus dem Testis praepubertärer Ratten nachgewiesenen B2 Rezeptor pharmakologisch zu charakterisieren und auf nachgeschaltete Signaltransduktionswege zu untersuchen. Alle Versuche wurden an Peritubulärzellen durchgeführt, die in Primärkultur aus den Testis praepubertärer Ratten isoliert wurden. Bei den Versuchen zur Signaltransduktion wurden die Zellen mit Bradykinin und geeigneten Kontrollen stimuliert und anschließend lysiert. Das Lysat wurde dann per ELISA, RIA bzw. Westernblot untersucht, um Rückschlüsse auf die Signaltransduktionsmechanismen ziehen zu können. Die pharmakologische Charakterisierung erfolgte durch Einsatz von [3H] Bradykinin. Adhärente Peritubulärzellen wurden mit ansteigenden Tracerkonzentrationen inkubiert, um die Sättigbarkeit zu demonstrieren und die Rezeptorbindung zu charakterisieren. Die pharmakologische Spezifität wurde durch Verdrängungsexperimente mit den spezifischen Antagonisten HOE140 bzw. Des-Arg-HOE140 nachgewiesen. Nach Stimulation des B2R mit Bradykinin konnte eine dosisabhängige signifikant erhöhte IP3 Konzentration gemessen werden. Der Gehalt der Peritubulärzellen an cAMP und cGMP blieb hingegen unverändert. Mit Westernblotuntersuchungen wurden durch Bradykinin induzierte Tyrosinphosphorylierungen im Bereich 100, 60, 40, 24, 22 und unter 10kDa nachgewiesen. Das Serin- und Threoninphosphorylierungsmuster zeigte dagegen keine Änderung nach Stimulation mit Bradykinin. An pharmakologischen Parametern konnte eine Dissoziationskonstante Kd von 1,13nM und eine maximale Rezeptorendichte Bmax von 22,34fmol / mg Protein bestimmt werden. Der ermittelte Hill Koeffizient war 0,97. Die Werte für die mittlere Hemmkonzentration IC50 waren 7,9nM für HOE 140 bzw. 302nM für Des-Arg-HOE140. Die Form der ermittelten Sättigungskurve und des zugehörigen Scatchard Plot sowie der bestimmte Hillkoeffizient von 0,97 sprechen dafür, dass die Bradykinin Bindung an Peritubulärzellen an einer spezifischen Bindungsstelle erfolgt. Durch den Einsatz spezifischer Antagonisten konnte der B2 Rezeptor als Bindungsstelle verifiziert werden. Die ermittelten pharmakologischen Parameter des B2R in Peritubulärzellen der Ratte waren mit den in der Literatur für andere Gewebe publizierten Werten vergleichbar. Die Signaltransduktion des B2 Rezeptors in Peritubulärzellen erfolgt unserer Ansicht nach über eine Spaltung von Phosphatidyl inositol-4,5-diphosphat in Diacylglycerol und Inositoltriphosphat, welches wiederum zu einer Entleerung der intrazellulären Calcium- Speicher führt. Die veränderte Ca2+ Konzentration aktiviert dann verschieden Kinasen, was sich in einem geänderten Phosphorylierungsmuster niederschlägt. Auch eine direkte Aktivierung von verschiedenen Kinasen durch den B2R scheint wahrscheinlich.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
