In der vorliegenden Arbeit wurde ein Fragebogen entwickelt, der die Anwenderzufriedenheit von Ärzten und Pflegepersonal mit ihrem Patienten-Daten-Management-System ermittelt. Da sich die Testentwicklung besonders im sozialwissenschaftlichen Bereich etabliert hat, wurden die Grundlagen für die Testkonstruktion aus diesem Bereich angewandt. Zur Überprüfung der Testkonstruktion wurde der Fragebogen dem Personal von 4 verschiedenen Kliniken vorgelegt. Ausgewählt wurden operative Intensivstationen mit mindestens 15 PDMS-Arbeitsplätzen von differenten Herstellern. Die Testergebnisse wurden einer Analyse hinsichtlich der Hauptgütekriterien: Objektivität, Reliabilität und Validität unterzogen.Mittels Faktorenanalyse konnten die sechs wichtigsten Dimensionen
Dokumentation von Pflege, Diagnosen, und Untersuchungsbefunden
Persönliche Einstellung zum PDMS
Dokumentation von Vitalwerten, Beatmungswerten, Medikamenten und Bilanzierungen
Erlernbarkeit und tägliche Arbeit mit dem PDMS
Computerarbeitsplatz
Dokumentation von Patientenstammdaten und Übersichtsanzeigenzur Erfassung der Anwenderzufriedenheit kondensiert werden. Anschließend wurden die Items hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit überprüft.
Der Fragebogen wurde bezüglich dieser Erkenntnisse revidiert und erneut einer kleinen Population von Anwendern vorgelegt. Nochmals wurden die Items eingehend anhand der Gütekriterien überprüft, um ein möglichst objektives Instrument zur Messung der Anwenderzufriedenheit zu erzielen.
Die Auswertung des Fragebogens zeigte, dass die Erwartungen an ein PDMS insgesamt nur zum Teil erfüllt wurden, obwohl die Grundeinstellung zur computergesteuerten medizinischen Dokumentation eher positiv bewertet wurde. Im Klinikvergleich konnten große Differenzen in Hinsicht auf Zufriedenheit aufgedeckt werden, die im engen Bezug zur Zeitdauer standen, in der das PDMS eingeführt wurde. Besonders die PC-Anfänger bewerteten ihr Computersystem positiv in Bezug auf Aufwendigkeit und Erlernbarkeit. Im Vergleich beider Geschlechter konnten keine großen Differenzen aufgezeigt werden.
Insgesamt konnte in dieser Arbeit die Entwicklung eines Fragebogens aufgezeigt werden, der mittels Überprüfung und Standardisierung ein brauchbares Messinstrument zur Messung der Anwenderzufriedenheit darstellt. Allerdings sollte ausdrücklich erwähnt werden, dass ein bestehendes Bewertungskonzept einer ständigen Überprüfung und Revision bedarf.
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