Psychosomatische vs. psychische Störung : Eine explorativ-vergleichende Studie zwischen 59 Patienten mit psychodermatologischen Erkrankungen und 59 Patienten mit Angststörungen

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Das wesentliche Ziel der vorliegenden Arbeit war die spezifische und differenzierte, empirische Untersuchung von psychischen Merkmalen und psychotherapeutischen Behandlungseffekten bei einer psychosomatischen Erkrankung im Vergleich zu einer psychischen Störung. Speziell wurden dabei als psychosomatisches Krankheitsbild dermatologische Erkrankungen und als psychisches Krankheitsbild Angststörungen ausgewählt, da diese Krankheitsbilder gute Repräsentanten der beiden Störungsformen darstellen. Während für die Hautkrankheiten in den letzten Jahren mehrfach der Zusammenhang zwischen psychischen Bedingungen und dermatologischer Symptombildung nachgewiesen wurde, weisen die Angststörungen als psychische Störungsform nur indirekt körperliche Symptome entsprechend ihrer speziellen Symptomatik auf. Für die hypothesengeleitet-explorative Untersuchung wurden aus allen Patienten, die sich in den Jahren 2000 bis 2002 in stationärer Behandlung der Psychosomatischen Klinik an dem Klinikum der Justus-Liebig-Universität Gießen befanden, zwei entsprechende Patientengruppen (jeweils n=59) sondiert. Mittels verschiedener medizinisch-psychologischer Verfahren (IIP-D, SCL- 90-R, GBB und IRES) erfolgte dann die Erfassung von Anfangsunterschieden zu Beginn einer stationären Psychotherapie sowie von Therapieverlaufsunterschieden in den Bereichen sozialer Beziehungsprobleme, Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome, Beschwerdebereiche und Ursachenzuschreibung sowie Allgemeine Zufriedenheit.Insgesamt fanden sich signifikant niedrigere Ausprägungen der Bereiche Ängstlichkeit , Phobische Angst und Herzbeschwerden bzw. höhere Werte im Bereich Paranoides Denken bei der Hautpatientengruppe zu Beginn der stationären Behandlung. Im Prä- / Posttherapieverlauf zeigten sich in der Gesamtstichprobe signifikante Abnahmen in den Bereichen Interpersonelle Gesamtproblematik , Somatisierung , Zwanghaftigkeit , Unsicherheit im Sozialkontakt , Depressivität , Ängstlichkeit , Aggressivität , Paranoides Denken , Psychotizismus , Gesamtbeeinträchtigung durch körperliche und psychische Probleme ( globaler Kennwert ), Erschöpfung , Magenbeschwerden , Gliederschmerzen , Herzbeschwerden und Beschwerdedruck sowie eine bedeutsame Zunahme im Bereich Lebenszufriedenheit . Im Bereich Phobische Angst und Herzbeschwerden stellten sich signifikant niedrigere Abnahmen von Symptomangaben in der Gruppe der Hautpatienten gegenüber der der Angstpatienten heraus. Im Bereich Interpersonelle Gesamtproblematik und Paranoides Denken fanden sich hingegen signifikant höhere Symptomreduktionen in der Hautpatientengruppe . Bei diesen vier Skalen zeigten sich dabei auch bei getrennter Betrachtung der Patientengruppen jeweils signifikante Therapieverlaufseffekte in Richtung Symptomreduktion. Alle Ergebnisse auf Signifikanzniveau sind bis auf den differentiellen Therapieverlaufseffekt im Bereich Paranoides Denken des SCL-90-R in hypothesenkonformer Richtung. Während die Ergebnisse somit im Einklang mit den gängigen theoretischen Überlegungen über psychische und psychosomatische Erkrankungen und deren Unterschiede stehen, wirft das entgegen der Hypothese gerichtete Ergebnis im Bereich paranoide Verarbeitung weiter nachzugehende Fragen auf. Sollte sich das Ergebnis replizieren lassen wäre neben einer störungsspezifisch-differentiellen Komponente z.B. auch an einen zentralen Störungsmechanismus speziell bei psychodermatologischen Patienten zu denken, der in der Therapie zwar besondere Veränderung erfährt aber bisher noch nicht im besonderen Maße systematisch betrachtet bzw. genutzt wurde.

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