Das akute Nierenversagen auf operativen Intensivstationen : Evaluation neuer Frühprädiktoren und Verlaufsparameter
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Zusammenfassung
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem akuten Nierenversagen, das nach wie vor zu den häufigen Begleiterkrankungen auf operativen Intensivstationen gehört. Ein akutes Nierenversagen kann zum einen das Outcome der Patienten erheblich verschlechtern, zum anderen ist seine Behandlung äußerst kostenintensiv.Ein besonderes Gewicht unserer Untersuchung lag auf der Frage, ob esNierenfunktionsparameter gibt, die den bisher routinemäßig verwandten Parametern Kreatinin und Harnstoff hinsichtlich Frühprädiktion und Verlaufsbeobachtung überlegen sind. Dazu wurde eine prospektive und retrolektive Studie durchgeführt. DasPatientenkollektiv rekrutierte sich aus den Patienten der operativen Intensivstation des Klinikums der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von den in die Studie aufgenommenen Patienten wurden täglich Blut- und Urinproben gewonnen. Aus diesen Proben wurden dann jeweils folgende Parameter bestimmt und den etablierten Parametern Kreatinin und Harnstoff gegenübergestellt: Im Urin wurden Totalprotein (TP), Angiotensinase A (ATA), N-Acetyl-Beta-D-Glucosaminidase (Beta-NAG) und Alanin-Aminopeptidase M (AAP), in Serum und Urin Immunglobulin G (IgG), Alpha-1-Mikroglobulin (Alpha-1-MG), lösliches Intercellular Adhesion Molecule-1 (sICAM-1) und lösliches E-Selectin (sE-Selectin) bestimmt. Fernerwurde die Kreatinin-Clearance berechnet. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich mehrere Parameter gibt, die den bisher in der klinischen Routine genutzten Parametern deutlich überlegen sind. Als Frühprädiktor eines akuten Nierenversagens zeigte sich insbesondere die Alanin-Aminopeptidase A (AAP) im Urin in der Lage, bereits am Aufnahmetag Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines akuten Nierenversagens im Lauf des Aufenthaltes auf einer operativen Intensivstation mit hoher diagnostischer Sicherheit zu erkennen. Weitere diagnostisch wegweisende Urinparameter sind sICAM-1 und sE-Selectin, da ihr Vorhandensein im Urin frühzeitig auf eine proximal tubuläre Schädigung und somit auf ein drohendes akutes Nierenversagen hinweist. Immunglobulin G im Urin ließ zwar eine grundsätzliche Eignung als Frühprädiktor erkennen, zeigte sich als praktisch rein glomerulärer Marker jedoch unterlegen. Zudem zeigte sich sE-Selectin im Urin in der Lage,insbesondere kurzfristige Störungen der proximal tubulären Nierenfunktion schnell anzuzeigen und danach rasch wieder in den Normbereich zurückzukehren, so dass es als Verlaufsparameter gut geeignet erscheint. Die Ergebnisse dieser Studie lassen hoffen, dass durch die Bestimmung von AAP,sICAM-1 und sE-Selectin im Urin in Kombination mit möglichen neuen Therapieansätzen (wie Gabe von Antikörpern gegen ICAM-1 oder E-Selectin beziehungsweise Therapie mit rekombinantem sICAM-1 und sE-Selectin) ein effektiveres Nierenprotektions-Management bei postoperativen und posttraumatischen Intensivpatienten erreicht und so die derzeit nochhohe Inzidenz des akuten Nierenversagens auf Operativen Intensivstationen in Zukunft deutlich gesenkt werden kann.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2006
