Vitamin D-Versorgung von schwangeren Frauen und deren Neugeborenen in Deutschland : Erfassung des Vitamin D-Versorgungsstatus und Intervention

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Vitamin D wird aufgrund der Erkenntnisse der letzten Jahre als weltweites Public Health-Thema angesehen. Zur Vitamin D-Versorgung während der Schwangerschaft gab es in Deutschland bisher nur wenige Studien, die diese anhand der 25 OH D-Konzentration im Blut untersucht haben. Die Ergebnisse unserer Querschnittstudie zeigen, dass bei 98% der 261 untersuchten Schwangeren und bei 94% der 328 Blutproben aus der Nabelschnur im Winter die 25 OH D-Spiegel unterhalb von 20 ng/mL (50 nmol/L) lagen. In den neuesten D-A-CH-Referenzwerten werden 25 OH D-Konzentrationen von > 20 ng/mL als optimal beur-teilt. Unsere Untersuchung zeigt, dass Schwangere unabhängig von der Jahreszeit ein er-höhtes Risiko für eine unzureichende Vitamin D-Versorgung haben. In der Interventionsstu-die war die tägliche Einnahme von 25 µg (1000 IE) Vitamin D nicht ausreichend, um bei allen unzureichend versorgten Schwangeren optimale 25 OH D-Spiegel von > 20 ng/mL im Blut zu erzielen. Die Vitamin D-Zufuhr hatte bei den Frauen mit den niedrigsten 25 OH D-Ausgangswerten zwar den stärksten Effekt, am Ende unserer Untersuchung lag allerdings immer noch bei 57% der 73 supplementierten Schwangeren ein 25 OH D-Spiegel von < 20 ng/mL vor. Dass ein unzureichender Vitamin D-Status negative gesundheitliche Konsequenzen für die Schwangere und den Fetus bzw. das Neugeborene hat, konnte in Beobachtungsstudien ge-zeigt werden. Eindeutige Aussagen können diesbezüglich erst nach Abschluss der derzeit noch laufenden randomisierten, kontrollierten Interventionsstudien können gemacht werden. Seit 2012 wird in den D-A-CH-Referenzwerten ein sogenannter Schätzwert für die Vitamin D-Zufuhr von 20 µg (800 IE) pro Tag sowohl für Erwachsenen als auch für Schwangere emp-fohlen. Die Daten aus unserer Interventionsstudie zeigen, dass diese Empfehlung nicht aus-reicht, um bei allen Schwangeren eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Darüber hin-aus besteht in Deutschland eine Diskrepanz zwischen den D-A-CH-Referenzwerten und der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR 2004), das Schwangeren von einer Aufnahme von mehr als 12,5 µg (500 IE) Vitamin D pro Tag abrät. Im Gegensatz zum BfR schätzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA 2012) eine tägliche Zufuhr von bis zu 100 µg (4000 IE) Vitamin D auch für schwangere Frauen als sicher ein. In Deutschland fehlen einheitliche Handlungsempfehlungen, die zeigen, was bei einer Unter-schreitung des empfohlenen 25 OH D-Wertes von 20 ng/mL zu tun ist. Abschließend ist festzuhalten, dass die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass schwangere Frauen ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Vitamin D-Versorgung ha-ben und daher als gefährdete Personengruppe für eine Vitamin D-Insuffizienz wahrgenom-men werden sollten. Zudem ist die Einnahme eines Vitamin D-Supplements zur Sicherstel-lung der Vitamin D-Versorgung während der Schwangerschaft in Erwägung zu ziehen, um die Gesundheit von Mutter und Kind langfristig zu gewährleisten.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform