Optimierung der chirurgischen Behandlung und Betreuung von Patienten mit retroperitonealen Weichteilsarkomen durch multidimensionale Therapieansätze
| dc.contributor.advisor | Schneider, Martin | |
| dc.contributor.author | Willis, Franziska Maria | |
| dc.date.accessioned | 2026-08-12T06:36:37Z | |
| dc.date.issued | 2025 | |
| dc.description.abstract | Die vorliegende Arbeit widmet sich der systematischen Untersuchung zentraler Fragestellungen zur Behandlung und Nachsorge von Patienten mit retroperitonealen Weichteilsarkomen (RPS). Die hohe Rezidivrate sowie die Seltenheit und Heterogenität dieser Tumore stellen große Herausforderungen in der Therapie dar und erschweren die Erforschung dieser Erkrankung. Die vorliegende kumulative Habilitationsschrift hat zum Ziel, die Wirksamkeit unterschiedlicher Therapieansätze zu evaluieren, die Bedeutung von Rezidivresektionen zu beleuchten sowie die langfristigen Auswirkungen auf den Ernährungszustand und die Lebensqualität der Betroffenen zu analysieren. Die in dieser Arbeit präsentierten Forschungsergebnisse tragen zur Schließung bestehender Wissenslücken bei. So wurde in der Analyse zur intraoperativen Strahlentherapie (IORT) festgestellt, dass diese keinen signifikanten Einfluss auf das lokoregionäre rezidivfreie Überleben oder das Gesamtüberleben hat. Ebenso konnte der Vorteil einer kumulativen Strahlendosis von ≥ 60 Gy auf das Lokalrezidiv-freie Überleben nicht nachgewiesen werden. Stattdessen erwiesen sich eine makroskopisch vollständige Tumorresektion, ein niedrigeres Tumorgrading und ein jüngeres Patientenalter als entscheidende positive prognostische Faktoren. Diese Ergebnisse unterstreichen die bestehende Kontroverse um eine IORT und weisen darauf hin, dass diese kein integraler Bestandteil in der Behandlung von RPS darstellen sollte. Die Untersuchung zur Kompartmentresektion (CR) ergab demgegenüber klare Vorteile hinsichtlich der Behandlung primärer Liposarkome. In diesem Kontext führte die CR zu einer signifikanten Verlängerung des Zeitintervalls bis zum Auftreten eines Lokalrezidivs sowie zu einer Verbesserung des krankheitsspezifischen Überlebens. Für Leiomyosarkome konnten hingegen keine Vorteile einer CR nachgewiesen werden. Allerdings ist anzumerken, dass die CR mit einer gesteigerten postoperativen Morbidität verbunden ist. Diese Ergebnisse betonen die Relevanz einer differenzierten Indikationsstellung zur CR und unterstreichen die Bedeutung von chirurgischen Therapiestrategien, die sich an der Tumorhistologie orientieren. Die vorliegende Studie zu Rezidivresektionen unterstreicht die prognostische Relevanz chirurgischer Interventionen bei erneuten Tumorrezidiven. Die Resektion eines ersten und auch zweiten Lokalrezidivs war mit einer verbesserten Überlebensrate assoziiert. Ein frühes Auftreten eines Rezidivs innerhalb von 12 Monaten nach der vorherigen Operation verschlechterte die Prognose signifikant. Gleiches galt für die Entwicklung von Fernmetastasen, deren Auftreten innerhalb von 12 Monaten nach der Primäroperation mit einem schlechteren Outcome assoziiert war verglichen zu einem späteren Auftreten. Diese Erkenntnisse unterstreichen die zentrale Rolle einer konsequenten chirurgischen Therapie bei der Behandlung von Rezidiven und liefern wichtige Hinweise für die Langzeitüberwachung. Die Analyse des Ernährungszustands bei RPS-Patienten ergab, dass nur eine geringe Anzahl der Patienten an einer Mangelernährung litt und der Ernährungszustand auch nach mehrfachen RPS-Resektionen als stabil einzustufen war. Hingegen wurde eine überdurchschnittlich hohe Prävalenz an präoperativen Anämien festgestellt, welche mit der Anzahl durchgeführter Operationen signifikant korrelierte. Das Vorliegen einer präoperativen Anämie war mit einer erhöhten 30-Tage-Mortalität assoziiert und wurde ebenfalls als unabhängiger prognostischer Faktor für das Gesamtüberleben identifiziert. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Relevanz einer engmaschigen Überwachung und frühzeitigen Behandlung von präoperativen Anämien, um eine zielgerichtete Therapie zeitnah einleiten zu können und somit die Prognose von RPS-Patienten potenziell zu verbessern. Die vorliegende Untersuchung zur Lebensqualität ergab, dass die Mehrzahl der Patienten trotz wiederholter Operationen eine gute allgemeine Lebensqualität aufwies. Jedoch traten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung vermehrt Symptome wie Müdigkeit und Schlafstörungen auf und RPS-Patienten zeigten Defizite im Bereich der emotionalen und sozialen Funktionalität. Das Vorliegen einer Progressionsangst sowie abdomineller Beschwerden war sehr selten und weder mit der Anzahl an Operationen noch mit dem Auftreten von Rezidiven assoziiert. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Relevanz einer Beurteilung des psychosozialen Wohlbefindens im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Nachsorge. Die Erfassung dieser Faktoren ermöglicht eine frühzeitige Identifikation von Bedarfslagen und die Implementierung angemessener Unterstützungsmaßnahmen, mit dem Ziel, die postoperative Versorgung zu optimieren. Zusammenfassend liefert diese Arbeit wichtige Erkenntnisse für die Optimierung der Therapie und Nachsorge retroperitonealer Weichteilsarkome. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung einer differenzierten Indikationsstellung bei der Kompartmentresektion und einer konsequenten chirurgischen Behandlung von Rezidiven. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit verdeutlicht, langfristige Folgen wie Anämien und postoperative Einschränkungen auch im psychosozialen Bereich im Rahmen eines multidisziplinären Ansatzes zu adressieren. Diese Ergebnisse unterstreichen die Relevanz einer patientenzentrierten Nachsorge, die über rein onkologische Aspekte hinausgeht. | |
| dc.identifier.uri | https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/21830 | |
| dc.identifier.uri | https://doi.org/10.22029/jlupub-21174 | |
| dc.language.iso | de | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1093/bjsopen/zraf050 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1016/j.ejso.2023.07.003 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1007/s00423-024-03585-5 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1016/j.ejso.2019.12.014 | |
| dc.relation.haspart | https://doi.org/10.1016/j.ejso.2021.04.040 | |
| dc.rights | In Copyright | |
| dc.rights.uri | http://rightsstatements.org/page/InC/1.0/ | |
| dc.subject | Retroperitoneale Weichteilsarkome | |
| dc.subject | Multiviszerale Resektion | |
| dc.subject | Lebensqualität | |
| dc.subject | Onkologische Outcomes | |
| dc.subject.ddc | ddc:610 | |
| dc.title | Optimierung der chirurgischen Behandlung und Betreuung von Patienten mit retroperitonealen Weichteilsarkomen durch multidimensionale Therapieansätze | |
| dc.type | doctoralThesis | |
| dcterms.dateAccepted | 2026-06-15 | |
| local.affiliation | FB 11 - Medizin | |
| thesis.level | thesis.habilitation |