Genauigkeit diagnostischer Tests für feline infektiöse Peritonitis (FIP) bei Katzen mit einem Körperhöhlenerguss

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Die Diagnostik der felinen infektiösen Peritonitis (FIP) kann auch rund 60 Jahre nach ihrer ersten Beschreibung noch eine Herausforderung sein. Klinische und labordiagnostische Befunde sind unspezifisch und direkte und indirekte Erregernachweise können nicht zwischen niedrig pathogenen felinen enteralen Coronaviren und hoch pathogenen FIP-Viren unterscheiden.Ziel dieser prospektiven Studie war die Evaluierung etablierter diagnostischer Tests für FIP bei Katzen mit einem Körperhöhlenerguss. Dazu wurden Blutproben und Ergussflüssigkeit von 100 Katzen unabhängig von der klinischen Verdachtsdiagnose untersucht.Bei 29 Katzen wurde die endgültige Diagnose durch pathohistologische Untersuchung gestellt, 65 Katzen wurde durch ein statistisches Verfahren diagnostiziert, bei sechs Katzen war keine eindeutige Diagnose möglich. Bei 25 Katzen war der Erguss durch FIP bedingt, 24 Katzen hatten kardial bedingte Ergüsse, 24 eine Tumorerkrankung und 21 Tiere einen Erguss aufgrund anderer Erkrankungen.Katzen mit FIP waren signifikant jünger und hatten signifikant häufiger Aszites als Katzen mit Erguss anderer Ätiologie. Eine Rasse- oder Geschlechtsprädisposition lag nicht vor. Das mediane Überleben war abhängig von der Ergussursache signifikant unterschiedlich. Die kürzeste Überlebenszeit hatten Katzen mit einem Tumor (ein Tag) gefolgt von Katzen mit FIP (zwei Tage) und Ergüssen anderer Ätiologie (acht Tage). Am längsten lebten Katzen mit kardial bedingten Ergüssen (30 Tage).Ergebnisse der hämatologischen Untersuchung (Erythrozytenzahl und Thrombozytenzahl), klinischer Chemie (Gesamtprotein, Albumin, Globulin, Bilirubin, AST) und des Nachweises von Antikörpern gegen FCoV waren zwar zwischen FIP- und nicht-FIP-Katzen statistisch signifikant unterschiedlich, wegen der breiten Überlappung der Ergebnisse aber für eine klinische Diagnosestellung nicht hilf-reich. Leukozytenzahl und Lymphozytenzahl waren nicht signifikant unterschiedlich. Die Rivaltaprobe war bei 12 der 25 FIP-bedingten Ergüsse negativ und war mit einer Sensitivität von 0,52 im Gegensatz zu früheren Studien nicht zum Ausschluss einer FIP geeignet. Sowohl der direkte Virusnachweis von FCoV-RNA durch RT nPCR in Erguss, EDTA Blut und Kot als auch der Nachweis von FCoV-Antigen mittels Immunfluoreszenz ergab jeweils signifikante Unterschiede zwischen FIP und nicht FIP-Katzen. Die RT nPCR aus Erguss lieferte dabei ein falsch-positives sowie ein falsch-negatives Ergebnis und erreichte damit den besten NPV (0,99) und die beste diagnostische Genauigkeit (0,98) aller Tests. Auch durch Kombination mit anderen Tests konnte die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Diagnose nicht weiter erhöht werden. Die RT nPCR aus EDTA-Blut ergab keine falsch-positiven aber sechs falsch-negativen Resultate und erreichte damit den besten PPV (1,0). Die Immunfluoreszenz, die bei einem positiven Ergebnis bisher als Beweis der FIP galt, lieferte neben acht falsch-negativen auch vier falsch-positive Resultate und erreichte damit verglichen mit der RT-nPCR einen niedrigen PPV von 0,81 und einen NPV von 0,89.

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