Trotz vieler unterschiedlicher Therapieansätze ist das ARDS immer noch eine Erkrankung, deren Mortalität 50 60 % beträgt. Als eine mögliche innovative therapeutische Maßnahme gilt die Flüssigkeitsbeatmung. Zielsetzung dieser Studie war es, zu evaluieren, ob die intratracheale Applikation von wässrigen Pharmaka in Kombination mit Perfluorcarbonen möglich ist. Dazu wurde ein Schädigungsmodell am Kaninchen gewählt, das die Frühphase des Acute Respiratory Distress Syndroms des Menschen simuliert.
Es wurde ein mehrstufiges Versuchsdesign ausgewählt, das sich aus den Abschnitten konventionelle Gasbeatmung, Induktion der akuten Lungenschädigung, pulmonaler Medikamentenapplikation, PLV, TLV und PLV Teil 2 zusammensetzte. Die Versuchstiere wurden in vier Gruppen unterteilt: ungeschädigte Kontrollgruppe, Gruppe mit Lungenschädigung, Gruppe mit Lungenschädigung und Methylprednisolon (MP-Gruppe), Gruppe mit Lungenschädigung und Iloprost (ILO-Gruppe). Alle Tiere durchliefen dabei den selben Versuchsablauf. Es wurden Hämodynamik, arterielle Blutgase, Trachealdrücke und Compliance untersucht. Im Anschluß wurden die Lungen entnommen und eine morphometrische Analyse durchgeführt.
Es konnte demonstriert werden, daß die ILO-Gruppe signifikante geringere Meßwerte im Vergleich zur geschädigten Kontrollgruppe in den Parametern Herzfrequenz, Mittlerer Arterieller Druck, Arterieller Sauerstoffpartialdruck, Exspiratorischer Trachealdruck sowie alveoläre Septendicke aufwiesen. Im Parameter Zentralvenöser Druck wurde ein signifikant höherer Wert festgestellt. Bei der MP-Gruppe hingegen konnten signifikant höhere Meßwerte im Vergleich mit der geschädigten Kontrollgruppe in den Parametern Mittlerer Arterieller Druck und statische Compliance gefunden werden. Die Parameter Arterieller Sauerstoffpartialdruck und alveoläre Septendicke wiesen signifikant geringere Meßwerte auf.
Die Ergebnisse lassen folgende Schlußfolgerung zu:
1. Die sogenannte Pulmonary Administration of Drugs (PAD) von Methylprednisolon bzw. Iloprost mittels Perfluorcarbonen ist möglich.
2. Es können sowohl der PLV als auch der TLV-Modus für die PAD gewählt werden, wobei die TLV weitreicherende Effekt erwarten läßt.
3. Auch wässrige Lösungen werden in hydrophoben Perfluorcarbonen ausreichend distribuiert, um an der Lungenoberfläche zu wirken.
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