Molekularbiologische Untersuchungen an 82 Feldisolaten und 9 Reisolaten aus Lebendimpfstoffen des Virus der Infektiösen Bronchitis (Coronaviridae, Speziesgruppe 3) des Haushuhns (Gallus gallus)

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Das Virus der Infektiösen Bronchitis (IBV) verursacht eine hoch ansteckende Krankheit der Hühner mit Beteiligung des Respirations- und manchmal des Urogenitaltrakts, die zum Abfall der Legeleistung mit verminderter Eiqualität führt. Einige Stämme dieses Virus zeigen einen renalen Tropismus und verursachen bis zu 30 % Sterblichkeit in den betroffenen Herden. Trotz des intensiven Einsatzes von Impfungen ist die infektiöse Bronchitis (IB) weltweit ein sehr bedeutendes Problem in der Geflügelindustrie und verursacht noch immer große wirtschaftliche Verluste in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland. Die Isolierung und genaue Typisierung von IBV-Feldisolaten sind nicht nur für die Evolution des Virus bedeutsam, sondern auch für wirksame Änderungen der bestehenden Impfprogramme. Traditionelle Methoden zur Identifizierung von IBV-Serotypen, wie Hämaglutinationshemmungstest und Virusneutralisationstest, sind arbeitsintensiv und zeitaufwändig. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde die Reverse Transkription-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) für die schnelle Identifizierung von IBV-Genomen erfolgreich angewandt. Die genotypspezifische RT-PCR und / oder die Sequenzierung des S1-Gens mit Hilfe geeigneter Primer wurden für die rasche Differenzierung von IBV-Stämmen ebenso als sehr hilfreich erkannt. In der vorliegenden Studie wurden 82 Isolate in Form von virushaltiger Allantoisflüssigkeit untersucht, die zwischen 1978 und 2006 in Deutschland isoliert, gesammelt und als IBV-verdächtige Isolate eingefroren wurden. Für den Nachweis von IBV in diesen Proben wurden sowohl konventionelle RT-PCR als auch Real Time RT-PCR mit Oligonukleotidpaaren, die innerhalb der sehr konserviert erhaltenen Region des N-Gens binden, durchgeführt.Es wurden verschiedene Äußere-RT-PCR und Nested-Multiplex-PCRs durchgeführt, um fünf verschiedene Genotypen bzw. Typen von IBV: Massachusetts, D274, D1466, 793B (auch als 4/91 und CR88121 bekannt) und Italy 02 nachzuweisen und zu differenzieren.Insgesamt wurden alle 82 Isolate durch Nachweis des N-Gens als IBV identifiziert. 76 von 82 Isolaten konnten durch auf dem S1-Gen basierenden genotypspezifischen Nested-Multiplex-PCRs differenziert werden. 25 Isolate gehören zum Genotyp D274, 24 zum Genotyp Massachusetts, 14 zum Genotyp 793B, sechs Isolate zum Genotyp D1466, sechs Isolate erwiesen sich als Mix-Isolate und lediglich ein Isolat als Genotyp Italy 02. Bei den Mix-Isolaten handelte es sich um vier Isolate Massachusetts/D274, ein Isolat aus Massachusetts/793B und ein Isolat aus Italy 02/793B Mischkulturen. Die sechs Isolate, die nicht mittels Nested-Multiplex-PCR differenziert werden konnten, wurden mit dem Oligonukleotidpaar S1uni (-) und XCE1 (+) bzw. XCE3 (-) und XCE1 (+) amplifiziert und anschließend sequenziert. Die erhaltenen Sequenzen wurden mit Sequenzen anderer Isolate in der Genbank verglichen. Zwei von sechs sequenzierten Isolaten zeigten eine vollständige Sequenzhomologie (100 %) mit dem chinesischen QX-IBV. Ein Isolat hatte 97 % Homologie mit dem belgischen B1648. Ein anderes Isolat hatte 91 % Homologie mit dem Isolat IS/885. Eine viel niedrigere Homologie (83 %) zeigte ein Isolat mit Isolat PA/1220/98. Bei einem anderen Isolat wurde eine 99 %ige Sequenzhomologie mit FR-94047-94 festgestellt.Die meisten der differenzierten Isolate waren den Genotypen D274 und M41 zuzuordnen. Der dominierende Genotyp in den 1980er Jahren war der Genotyp D274. Der Genotyp M41 wurde regelmäßig während der gesamten Untersuchungszeit isoliert. Die Ergebnisse zeigen seit 1991 eine weite Verbreitung des Genotyps 793B in Deutschland. Der Genotyp Italy 02 tritt erst nach 2001 und eher selten auf. Die hohe Sequenzhomologie mit dem chinesischen Genotyp QX-IBV von zwei Isolaten, die aus dem Jahre 2004 stammen, lässt vermuten, dass QX-IBV erst seit Beginn dieses Jahrtausends in Deutschland präsent ist. Darüber hinaus zeigen die Sequenzierungsergebnisse die gleichzeitige Koexistenz von verschiedenen Varianten des IBV im erwähnten Zeitraum in Deutschland.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform