Regulation humaner konjugierter und nicht-konjugierter Gallensäuren nach einer oralen Lipidbelastung : eine LC-MS/MS-basierte massenspektrometrische Analyse
Die pleiotrope Funktion von Gallensäuren mit hormonähnlicher Wirkung im Stoffwechsel ist ein sehr innovatives, translationales und komplexes Thema.Mit der vorliegenden Studie konnte erstmals die Zeitkinetik von Gallensäuren, Triglyzeriden und FGF-19 im Serum bei gesunden Personen nach einer reinen Lipidaufnahme aufgezeigt werden. Sowohl die Gesamt-Gallensäuren, als auch die Taurin- und Glycin-konjugierten Gallensäuren werden sehr schnell bereits 2h nach ihrer Aufnahme systemisch hochreguliert. Dieser schnelle Anstieg der Gallensäuren geht dem Anstieg der Triglyzeride voraus (Abb. 11), der typischerweise zwischen 2h und 4h liegt. FGF-19 wird nach 4h hochreguliert. Eine positive, signifikante Korrelation konnte auch zwischen einigen Gallensäure-Spezies und FGF-19- Spiegeln gezeigt werden.Die essentielle Rolle von Gallensäuren in der enterohepatischen Zirkulation ist bekannt. Zukünftig gilt es, die exakten Signalwege der Gallensäuren, FGF-19 und FGF-21 im systemischen Kreislauf und in den peripheren Organen weiter aufzuklären. Genauso gilt es auf zellulärer Ebene zu untersuchen, ob postprandial hochregulierte Gallensäuren und FGF-19 die Aktivierung von Beta-Klotho regulieren. Dies könnte vor allem im metabolischen Kontext von großer Bedeutung sein.Ergänzend und basierend auf den Daten des klinischen Kollektivs erfolgten Stimulationsversuche in-vitro an Zellen der Linie 3T3-L1, um die Effekte einer Stimulation mit Gallensäuren auf Adipozyten auf zellulärer Ebene zu untersuchen. Die Stimulation reifer 3T3-L1-Adipozyten mit verschiedenen Gallensäurespezies hat signifikante und unterschiedliche Auswirkungen auf die Gen-Expressionsniveaus von Adipokinen- und Zytokinen, sowie auf die basale Lipolyserate. beta-TMCA zum Beispiel scheint zur Differenzierung von Fibroblasten zu Adipozyten beizutragen. In weiteren Untersuchungen werden die Gallensäure-Effekte auf die Gen- und Proteinexpression von Adipozyten-Differenzierungsmarkern analysiert.Durch Kombination der Ergebnisse der Korrelationsanalyse des Studienkollektivs und der Ergebnisse aus den Zellkulturexperimenten können neue Erkenntnisse über die Funktion und Regulation von Gallensäuren auf zellulärer sowie physiologischer Ebene gewonnen werden. Eine besondere Bedeutung kommt der differenzierten Betrachtung einzelner Gallensäurespezies zu, da es sich scheinbar nicht um Klasseneffekte handelt, sondern um spezifische Effekte einzelner Gallensäuren.
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