Herkunft und Proliferation von Alveolarmakrophagen nach experimenteller Lungentransplantation in der Ratte
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Die Alveolarmakrophagen spielen eine wichtige Rolle bei der akuten Abstoßung von Lungentransplantaten. Beim Menschen ist ein persistierender Chimärismus in einigen Studien über Untersuchungen an bronchoalveolärer Lavageflüssigkeit und transbronchialen Biopsien nachgewiesen. Studien, die die Herkunft der Alveolarmakrophagen nach allogener Lungentransplantation in der Ratte in den Alveolen beschreiben, fehlen jedoch. Desweiteren findet sich bereits in der frühen Phase der Abstoßung ein starker Anstieg der Makrophagenanzahl im Infiltrat. Ursächlich hierfür könnte zum einen eine verstärkte Rekrutierung von Monozyten aus dem Blut oder die Proliferation und Differenzierung von interstitiellen Makrophagen sein. Zum anderen kommen eine verminderte Elimination aus dem Alveolarraum und den Atemwegen oder eine Proliferation der Makrophagen in den Alveolen in Frage. In der vorliegenden Arbeit untersuchten wir die Herkunft und das Proliferationsverhalten von Alveolarmakrophagen im Lungentransplantat der Ratte.Es wurden orthotope, linksseitige Lungentransplantationen in der isogenen LEW auf LEW und der allogenen DA auf LEW Rattenstammkombination durchgeführt. Um die Makrophagenherkunft über das Y-Chromosom zu klären, wurden zusätzlich die Lungen weiblicher Spender auf männliche Empfänger transplantiert. Zunächst bestimmten wir den Anteil der MHC Klasse II-positiven Alveolarmakrophagen über eine immunhistochemische Doppelfärbung mit den monoklonalen Antikörpern ED1 und OX6. Es zeigte sich, dass an Tag drei und vier nach Transplantation etwa ein Viertel der Alveolarmakrophagen MHC Klasse II exprimierten. Im Weiteren stellten wir mittels Doppelfärbung mit den monoklonalen Antikörpern ED1 und OX76 den Anteil der MHC Klasse II-Positiven Alveolarmakrophagen vom Spendertyp fest. Dieser lag bei etwa 10% an Tag drei und 7% an Tag vier. Hieraus berechneten wir, dass am dritten Tag nach der Transplantation 40% und am vierten Tag 24% der MHC Klasse II-positiven Alveolarmakrophagen vom Transplantatspender stammen. Mit Transplantationen von weiblichen Spenderorganen auf männliche Empfänger konnten wir über die Bestimmung des Y-Chromosoms mittels ISH und Färbung mit dem monoklonalen Antikörper ED1 feststellen, dass am vierten Tag nach der Transplantation 55% der Alveolarmakrophagen in der allogen transplantierten Lunge vom Spender stammen. Im isogenen Transplantat betrug der Wert 73%.Um die Zellen zu detektieren, die sich in der S-Phase des Zellzyklus befinden, injizierten wir den Tieren 30 min vor der Tötung am zweiten Tag nach der Transplantation BrdU. Der Einbau von BrdU bei der DNA-Synthese wurde für die Alveolarmakrophagen mittels Doppelfärbung mit den monoklonalen Antikörpern ED1 und Bu20a und für die interstitiellen Makrophagen mittels Doppelfärbung mit den monoklonalen Antikörpern ED2 und Bu20a sichtbar gemacht. So zeigte sich, dass etwa 5% der Alveolarmakrophagen nicht transplantierter Tiere DNA synthetisieren. Bei den transplantierten Tieren befanden sich bis zu 21% der Alveolarmakrophagen in DNA-Synthese, unabhängig ob allogen oder isogen transplantiert wurde. Für die interstitiellen Makrophagen betrug der Wert 10%.Wir konnten nachweisen, dass bei den Alveolarmakrophagen im allogenen Lungentransplantat der Ratte ein anhaltender Chimärismus besteht. Darüber hinaus zeigten wir, dass die Transplantation bei den Alveolarmakrophagen verstärkt Proliferation induziert. Dies trifft ebenso, wenn auch in geringerem Maße für die interstitiellen Makrophagen zu. Vergleichbar hohe Proliferationsraten sind bislang nicht beschrieben worden. Es ist daher davon auszugehen, dass die Proliferation wesentlich zur Vermehrung der Alveolarmakrophagen beiträgt, welche nach der isogenen und allogenen Lungentransplantation zu beobachten ist.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
