Molekulare Determinanten der Infektiosität von Hepatitis B Virus Partikeln

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Zu Beginn dieser Arbeit wurden die ersten Marker einer etablierten HBV Infektion in einer suszeptiblen Zellkultur nachgewiesen. Es konnte gezeigt werden, dass die cccDNA und die mRNA einen Tag nach der Infektion mittels real-time LightCycler PCR (polymerase chain reaction) nachweisbar sind. An Tag 3 nach der Infektion sind die sekretierten Virusantigene, HBsAg und HBeAg, mittels enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) nachweisbar. Behandelt man Hepatozyten mit dem reverse Transkriptase-Inhibitor Lamivudin, so ist die Sekretion von neusynthetisiertem HBV komplett inhibiert, nicht aber die Produktion und Sekretion der Virusproteine HBsAg und HBeAg. Desweiteren konnte der Antikörper HB1 charakterisiert werden. Der Antikörper reagiert im ELISA nur mit HBsAg, nicht aber mit einem analogen Protein eines Nagetier HBV-ähnlichen Virus (WHsAg). Im Western Blot kann man mittels des Antikörper HB1 das SHBs (kleines Hepatitis B Virus Oberflächenprotein), MHBs (mittleres Hepatitis B Virus Oberflächenprotein) und LHBs (großes Hepatitis B Virus Oberflächenprotein) der hier untersuchten Genotypen A2, C und D nachweisen. Mit Hilfe des Antikörpers HB1 konnte in dieser Arbeit zum ersten Mal eine relative Quantifizierung der Oberflächenproteine von HBV durchgeführt werden. Diese Quantifizierung mit dem LI-COR ODYSSEY® Infrared-Fluoreszenz Imaging System ergab, dass bei Genotyp A2 das LHBs 16 %, das MHBs 15 % und das SHBs 58 % der Gesamtoberflächenproteine ausmachen. Bei Genotyp D sieht die Verteilung ähnlich aus. Das SHBs von HBV ist ein aus 226 Aminosäuren aufgebautes Membranprotein. Die Region der Aminosäuren 99 bis 170 der S-Domäne bildet die HBs-Antigenschleife mit 8 Cysteinen, die inter- und intramolekulare Disulfidbrücken ausbilden können. In dieser Arbeit konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass in der HBs-Antigenschleife 4 freie Sulfhydrylgruppen (SH-Gruppen) vorliegen und 4 Sulfhydrylgruppen miteinander verknüpft sind. Durch Infektionsversuche an primären Tupaia belangeri Hepatozyten (PTHs) konnte weiterhin gezeigt werden, dass nach einer Vorbehandlung des HBV mit einer reduzierenden Chemikalie keine Infektion mehr etabliert werden kann. Blockiert man die freien Sulfhydrylgruppen mit Maleimid, so ist die Infektion nur teilweise inhibiert. Das zeigt die Bedeutung der Disulfidbrücken der HBs-Antigenschleife des HBV für den Infektionsvorgang. Versuche mit oxidiertem Glutathion zeigten, dass eine Vorbehandlung des HBV mit einer oxidierenden Chemikalie die Infektion steigert. Eine Vorbehandlung des HBV mit der Protein Disulfid Isomerase (PDI) hatte keinen Einfluß auf die HBV Infektion, mutmaßlich deswegen, weil HBV selbst im HBsAg mit dem CXXC Motiv das aktive Zentrum einer PDI aufweist. Für die Zukunft wäre eine Aufklärung der Disulfidbrücken und ihrer Änderung während des Infektionsvorgangs wünschenswert. Bis heute konnte für das Hepatitis B Virus noch kein Rezeptor und Eintrittsmechanismus in Hepatozyten identifiziert werden. In dieser Arbeit konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass HBV an Heparan-Sulfat-Proteoglykane bindet, die als eine Art "low-affinity" Rezeptor im Dissé schen Raum dienen. Anschließend wechselt das HBV mit seiner PräS1 Bindungsseite und der N-terminalen Myristinsäure an den "high-affinity" Rezeptor. Dann erfolgt die Aufnahme von HBV in ein noch nicht bekanntes Kompartiment. Dazu konnte gezeigt werden, dass eine Infektion von HBV weder durch Chlorpromazin noch durch Bafilomycin inhibiert werden kann. Demnach benutzt HBV nicht die Clathrin-abhängige Endozytose für den Eintritt in Hepatozyten und ist auch nicht von einer anschließenden Ansäuerung im Endosom abhängig, um eine Infektion zu etablieren. Versuche mit einem Protein Kinase C Inhibitor zeigten, dass die Protein Kinase C ebenfalls keinen Einfluss auf den Eintrittmechanismus des HBV hat.

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