Evaluierung des Tumormarkers (TU M2-PK) bei Lungenkrebspatienten und Anwendung in der arbeitsmedizinischen Berufskrebsforschung

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Inzidenz- und Mortalitätszahlen belegen, daß sich der Lungenkrebs mit ca. 40.000 Neuererkrankungen jährlich zu einem bedeutsamen Krankheitsbild entwickelt. Ätiologisch gilt der Zigarettenrauch als wichtigster Risikofaktor für den Lungenkrebs. Bestätigend lagen in unserem Bronchialkarzinom-Kollektiv (n = 53 Patienten; 43 männlich, 10 weiblich; Alter zwischen 34 und 77 Jahren) ohne Ausnahme Raucher oder ehemalige Raucher vor. Zusätzlich ließen sich bei ca. 23 % der Patienten beruflich bedingte Noxen wie Asbest- und Quarzstaubeinwirkungen feststellen, die bei n = 5 Patienten (ca. 9 %) zu einer Berufskrankheiten-Anzeige führten. Das Ergebnis weist auf die Bedeutung einer qualifiziert zu erhebenden Arbeitsanamnese bei allen Lungenkrebspatienten hin. Außerdem ist im Hinblick auf die bis zu 60 Jahren betragende Latenzzeit einer Asbestfaserstaubeinwirkung auch in Zukunft mit einer ansteigenden Zahl von Berufskrankheiten zu rechnen. Daher ist das zentrale Anliegen der arbeitsmedizinischen Onkologie die frühzeitige Detektion der Diagnose Lungenkrebs. Die vorliegende Untersuchung soll die arbeitsmedizinischen Bemühungen über den Einsatz von Tumormarkern in der Tertiärprävention von Lungenkrebs unterstützen. Dabei wird ein neuer Tumormarker, die Tumor M2-Pyruvatkinase (TU M2-PK) im Krankheitsverlauf von Lungenkrebspatienten evaluiert und mit den etablierten Tumormarkern (CEA, CYFRA 21-1, NSE und SCC) verglichen. Die TU M2-PK ist ein Isoenzym der Pyruvatkinase, das speziell in Tumorzellen auftritt. Immunhistologische Untersuchungen zeigen eine Überexpression der TU M2-PK beim Lungenkrebs. Auch im EDTA-Plasma läßt sich die TU M2-PK nachweisen. In unseren Untersuchungen wurde die TU M2-PK bei n = 53 Patienten mit einem Bronchialkarzinom (n = 33 nichtkleinzellige Karzinome, n = 20 kleinzellige Karzinome, n = 6 Stadium I, n = 3 Stadium II, n = 15 Stadium III, n = 9 Stadium IV, n = 9 limited-disease, n = 11 extensive disease) vor und nach therapeutischer Intervention bestimmt. Dabei lagen zum Zeitpunkt der Primärdiagnose signifikant höhere TU M2-PK-Konzentrationen bei Patienten mit einem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (insbesondere bei Adenokarziomen) gegenüber Patienten mit einem kleinzelligen Bronchialkarzinom vor. Ebenso zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen nichtkleinzelligen und kleinzelligen Karzinomen für CYFRA 21-1, CEA und SCC. Die NSE-Konzentrationen waren im Stadium extensive-disease signifikant gegenüber dem Stadium limited-disease erhöht. Durch die Bestimmung von Tumormarkern lassen sich Konsequenzen für die Therapie ableiten. In unseren Untersuchungen konnte eine gute Korrelation der TU M2-PK zum Therapieeffekt im Krankheitsverlauf von Lungenkrebspatienten festgestellt werden. Die Ergebnisse ließen signifikante Konzentrationsänderungen der TU M2-PK sowohl bei Tumorprogression als auch bei Tumorremission erkennen. Unter den Tumormarkern der nichtkleinzelligen Bronchialkarzinome war die TU M2-PK mit CYFRA 21-1 vergleichbar und zeigte signifikantere Konzentrationsverläufe als CEA. Für die kleinzelligen Bronchialkarzinome blieb NSE weiterhin der signifikanteste Marker. Ein postoperatives Lokalrezidiv bei einem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom führte hingegen zu deutlich ansteigenden TU M2-PK Konzentrationen. Außerdem ließen präfinale TU M2-PK-Erhöhungen auf eine infauste Prognose schließen. Im kasuistisch-empirischen Vergleich der Tumormarker, erwiesen sich die TU M2-PK-Verlaufsmessungen den etablierten Markern (CYFRA 21-1, CEA, SCC und NSE) überlegen. Durch Kombination der TU M2-PK mit einem weiteren Marker (CEA, CYFRA 21-1, NSE, SCC oder CRP) konnten additive Effekte hinsichtlich der Detektion von Therapieeffekten ermittelt werden. Die Tumorprogression war mittels TU M2-PK und einem weiteren Marker stets erfaßbar. Unsere Ergebnisse unterstützen die bisherigen Erkenntnisse über den Nutzen der TU M2-PK-Bestimmung im Monitoring des Krankheitsverlauf bei Lungenkrebspatienten. Unsere Untersuchungen zeigen, daß sich die TU M2-PK, neben den etablierten Tumormarkern, zur Überprüfung des Therapieerfolges heranziehen läßt. Als konkurriende Einflußfaktoren auf die Markerbestimmungen sind entzündliche Lungen- bzw. Pleuraerkrankungen zu berücksichtigen.

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