Osteoporose-Prävention und -Therapie nach Herztransplantation mit oralen Bisphosphonaten im 2-Jahresverlauf

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Ein Knochenverlust mit konsekutiven Frakturen zählt zu den häufigen Komplikationen nach Herztransplantation (HTX), wobei als kritische Phase der frühe Zeitraum nach der HTX im Rahmen einer hoch dosierten immunsuppressiven Therapie gilt.Bei 33 HTX-Patienten (25 Männer, 8 Frauen, Durchschnittsalter 54 Jahre), wurde der Verlauf der Knochendichte (mittels Dualer Photonenabsorptionsmetrie - DXA) und die Marker des Knochenstoffwechsels 2 Jahre posttransplantär analysiert. Bei allen Patienten wurde direkt nach der HTX eine osteospezifische Medikation mit einem Bisphosphonat (BP, Alendronat 70 mg/Woche oder Risedronat 35 mg/Woche) neben einer adäquaten Calcium- und Vitamin D-Supplementation (Ideos 2x1) initiiert. Folgende Outcomeparameter wurden analysiert: Bone Mineral Density (BMD), T-Score am rechten Schenkelhals gesamt und axial (LWK1-4), 25-Vitamin D3, Osteocalcin, Crosslaps, receptor activator of NF-kB ligand (RANKL) und Osteoprotegerin (OPG). Zu Beginn und nach 2 Jahren wurden zudem der Body-Mass-Index (BMI), sCalcium und sKreatinin bestimmt. Die immunsuppressive Therapie beinhaltete eine Steroidgabe (1-10 mg Prednisolon/d) und meist eine Zweifachkombination aus den folgenden Immunsuppressiva: Tacrolimus, Ciclosporin, Myophenolatmofetil, Azathioprin. Vor der HTX konnte mittels DXA eine Osteoporose 8x und eine Osteopenie 16 x ohne prävalente Frakturen objektiviert werden. Als prätransplantäre Risikofaktoren bei vorliegender Osteoporose ließen sich in allen Fällen eine reduzierte Mobilität, 6x ein Diabetes mellitus Typ II, 2x Nikotinkonsum und 3x Glucocorticoideinnahme eruieren. Im Beobachtungszeitraum verbesserte sich bei 2 Osteoporose-Patienten die Knochendichte in den osteopenischen Bereich, insgesamt blieb die Knochendichte sowohl peripher als auch axial stabil, Frakturen manifestierten sich nicht. Initial war der 25-Vitamin D3-Spiegel bei 22 Patienten im Normbereich. In der Gesamtgruppe war ein signifikanter Anstieg des 25-Vitamin D3 (p < 0,001) und des OPG (p < 0,0005), neben einem signifikanten Abfall des RANKL (p < 0,0005) objektivierbar. Der RANKL/OPG-Quotient zeigte eine signifikante Abnahme im Beobachtungszeitraum. Eine signifikante Änderung der Crosslaps als Knochenabbaumarker war nicht gegeben. Die Korrelationsanalyse der Knochendichte mit den anderen Outcomeparametern ergab lediglich eine signifikante Assoziation mit dem steigenden 25-Vitamin D3 in der Subgruppe der Frauen (p < 0,01). Die Cortisondosis hatte - bei kleinen Gruppengrößen - keinen Einfluss auf die Knochendichte.Wenngleich es nur wenige Untersuchungen zur HTX-Osteoporose gibt, belegen einige Studien einen osteoprotektiven Effekt unter dem Einsatz von intravenösen BP. Die erhobenen Daten deuten darauf hin, dass auch eine direkt nach der HTX initiierte orale BP-Therapie bei vorhandener Knochendichteminderung diese stabilisiert, bzw. die Entwicklung einer Knochendichteabnahme in den ersten 2 Jahren nach HTX minimieren kann. Durch die begleitende Vitamin D-Supplementation lässt sich zudem auch ein Vitamin D-Defizit problemlos beheben bzw. verhindern und damit als Risikofaktor für eine Knochendichteminderung eliminieren. Dies ist die erste Studie, die auch unter oraler BP-Gabe einen präventiven Effekt auf die Knochendichte zeigt, was auf molekularer Ebene durch die signifikante Abnahme des RANKL/OPG-Quotienten untermauert wird sowie durch einen Stopp des Knochenabbaus (Crosslaps) und Anstieg des Knochenumsatzes/der Knochenneubildung (Osteocalcin).

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