Untersuchungen zum genetischen Hintergrund der Moderhinke beim Rhön- und Merinolandschaf auf der Basis von Klauenmaßen und biochemischen Polymorphismen
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob sich über Klauenmaße und biochemische Polymorphismen Aussagen über eine Anfälligkeit bzw. Resistenz gegenüber Moderhinke bei den beiden Rassen Rhönschaf und Merinolandschaf machen lassen. Hierzu wurden die Schafe der Hüteherden der Lehr- und Forschungsstation (Oberer Hardthof) des Institutes für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen mit den Rassen Rhönschaf (n = 303) und Merinolandschaf (n = 597) verwendet. Die Tiere befanden sich während des Beobachtungszeitraumes (01.06.2002 bis 30.05.2003) in der Weidesaison (bis 05.12.2002) an wechselnden Standorten und in der Stallhaltungsperiode (ab 06.12.2002) in den Stallungen des Oberen Hardthofes oder wurden dort auf den umliegenden Weiden gehütet. Über den Zeitraum dieses Jahres wurde jede Moderhinkeerkrankung mit einer Gradeinteilung (Schweregrade 1 - 6) erfasst und dokumentiert. Zusätzlich wurden bei allen erkrankten Tieren, und bei zufällig ausgewählten gesunden Kontrolltieren, die Klauen der linken Körperseite vermessen und die Klauenparameter Diagonalenlänge, Dorsalwandlänge, Klauenhornhärte und Vorderwandwinkel dokumentiert. Die beurteilten Schweregrade der Moderhinkeläsionen an den Klauen fallen in der Weideperiode an den Vordergliedmaßen stetig von den niedrigen zu den hohen Schweregraden ab. An den Hintergliedmaßen fallen sie ebenfalls in Richtung Schweregrad 6 ab, allerdings wird die Kontinuität hinten rechts bei Schweregrad 4 und hinten links bei Schweregrad 5 geringfügig unterbrochen. Hier steigen die Werte um 0,71 % bzw. um 1,51 % in der Häufigkeit des Auftretens. In der Stallhaltungsperiode ist der Verlauf nicht so kontinuierlich. Es fällt vor allen bei den Hintergliedmaßen ein Anstieg der Häufigkeit der höheren Schweregrade auf.Aus der Anzahl (n = 518) von Versuchs- und Kontrolltieren und den Beobachtungen an Moderhinkeerkrankungen konnten nun Einflüsse auf die erhobenen Klauenmaße ermittelt und getrennt bei den Versuchs- und Kontrollgruppen beider Rassen betrachtet werden. Hieraus ergab sich, dass vor allem das Klauenmaß Diagonalenlänge sowohl zwischen den beiden Gruppen als auch zwischen den Rassen beziehungsweise zwischen den Geburtsjahrgängen einen höchst signifikanten Unterschied aufweist. Weiterhin können die Parameter Vorderwandwinkel und Dorsalwandlänge eine rassespezifische Klauenbeurteilung aussagekräftig unterstützen. Die Diagonalenlänge der gesunden Kontrolltiere war im Mittel kürzer als die der an Moderhinke erkrankten Versuchstiere. Ebenso verhielt es sich mit der Dorsalwandlänge. Weiterhin weisen die Kontrolltiere größere Vorderwandwinkel und damit steilere Klauen als die Versuchstiere auf. Mit Hilfe der isoelektrischen Fokussierung und der Polyacrylamid-Gelelektrophorese wurden die biochemischen Polymorphismen im Transferrin, Albumin, Hämoglobin, Carboanhydrase sowie der gruppenspezifischen Komponente dargestellt . Betrachtet man das Transferrin, so sind in dieser Arbeit bei den Rhönschafen sechs (Tf A, Tf B, Tf C, Tf D, Tf M und Tf E) und bei den Merinolandschafen sieben (Tf A, Tf B, Tf C, Tf D, Tf M, Tf E und Tf Q) der in der Literatur beschriebenen Allele aufgetreten. Beide Rassen besitzen im Albumin das Hauptallel Alb S. In den Merinolandschafen ist das Alb S nahezu fixiert und das Allel Alb D kommt nicht vor. Bei den Rhönschafen konnte das Allel Alb F nicht nachgewiesen werden. Im Hämoglobin verhält es sich genau entgegengesetzt. Von den in beiden Rassen nachgewiesenen Allelen Hb A und Hb B, stellt in den Rhönschafen das Hb A, in den Merinolandschafen allerdings das Hb B das Hauptallel dar. Ähnlich dem Albumin ist auch in der Carboanhydrase das Allel CA S das Hauptallel beider Rassen. Es liegt in der Kontrollgruppe der Merinolandschafe sogar fixiert vor, und in der Versuchsgruppe konnte ein Tier mit dem Genotyp CA FS ausfindig gemacht werden. Die gruppenspezifische Komponente stellt sich bei den untersuchten Rhönschafen mit den zwei Allelen Gc F und Gc S und bei den Merinolandschafen zusätzlich mit dem Allel Gc D dar. Aber trotz der statistisch korrekten Aussage konnten keine signifikanten Beziehungen zwischen den Transferrinallelen und einer Anfälligkeit gegenüber Moderhinke nachgewiesen werden. Auch nach einer Einbeziehung des Hämoglobins der Merinolandschafe als fixen Effekt in die Berechnungen, konnten ebenfalls keinerlei signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen dieser Rasse aufgezeigt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2006
