Wir untersuchten Auswirkungen einer herzchirurgischen Operation auf die mittelfristige Lebensqualität in Gießen operierter Patienten zwischen Mai und November 2016. Das seit einigen Jahren steigende Lebensalter dieser Patienten geht einher mit einer erhöhten Morbidität. Umso mehr gewinnen Aspekte einer Verbesserung der Lebensqualität an Bedeutung, während aktuell vor allem auf Lebenszeitverlängerung und Vermeidung von MACCE fokussiert wird.Unsere Studie rückt die Entwicklung der HRQoL zwei Jahre nach der Behandlung und insbesondere die physische und emotionale Funktion der Patienten in den Mittelpunkt. Um unsere Fragen zu beantworten, wurden 195 Patienten, die in unserer herzchirurgischen Abteilung therapiert wurden, befragt.Unsere Studie zeigt eine postoperative Verbesserung der Lebensqualität, unabhängig von Alter oder Geschlecht der Patienten. Eine daraus resultierende bessere Lebenssituation ist noch ausgeprägter bei jüngeren, noch berufstätigen Patienten erkennbar. Bereits präoperativ zeigen unsere Patienten die Wichtigkeit von Lebensqualität und sind bereit, Lebensspanne für ein besseres Leben zu opfern. Postoperativ bestätigt sich die Wichtigkeit der verbesserten Lebensqualität, die dazu führt, dass nur noch wenige Patienten bereit sind, diese qualitativ hochwertigere Lebenszeit für weitere Qualitätssteigerung einzutauschen.Um eine exaktere Evaluation aller die HRQoL beeinflussenden Faktoren zu ermöglichen, müsste eine prospektive multizentrische Studie über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, ausgehend von den Grundlagendaten dieser Studie. Von Interesse wäre auch eine Erweiterung der Fragestellung hin zu einem direkten Vergleich zwischen herzchirurgischen und kardiologischen Patienten. Ein solcher Vergleich zwischen operativer und interventioneller Therapie sollte eben nicht nur das Überleben, sondern auch die kurz-, mittel- und langfristigen Lebensqualität im Fokus haben.
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