Untersuchung immunbiologischer Effekte von Sanglifehrin A bei dendritischen Zellen in vitro und in vivo

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Sanglifehrin A (SFA) ist ein Immunsuppressivum. Es gehört zur Klasse der Makroliden und wird vom Aktinomyceten Stamm Streptomyces A92-308110 produziert. SFA bindet an Cyclophilin A, dem Bindungsprotein von Cyclosporin A (CsA). Obwohl SFA eine höhere Affinität zu Cyclophilin A besitzt als CsA, inhibiert SFA nicht die Aktivität der Calcineurin-Phosphatase, sondern inhibiert die Phosphorylierung der RAF-1 Kinase (Sanchez-Tillo, Wojciechowska et al. 2006). Verschiedene Arbeitsgruppen haben darüber berichtet, dass SFA einzigartige immunsuppressive Effekte bei humanen und murinen Dendritischen Zellen (DCs) zeigt (Steinschulte, Taner et al. 2003; Ko, Hambly et al. 2008). Die Wirkungsweise von SFA ist dennoch nicht vollständig geklärt.Die vorliegende Dissertation präsentiert neue Daten zur immunregulierenden Funktion von SFA bei DCs. Aus der cDNA-Microarray-Analyse konnte geschlossen werden, dass SFA die konstituive Expression von 190 Genen herunter und die von 70 Genen hoch regulierte. Die in silico-Analyse legt nahe, dass SFA in vielen immunologisch relevanten Signalwegen involviert ist, so zum Beispiel in Zytokin-Zytokinrezeptor-Interaktion und zahlreiche Chemokine inhibiert, darunter CCL5, CCL17, CCL19, CXCL9 und CXCL10 auf mRNA-Ebene. Die Chemokinsuppression nach SFA-Behandlung konnte auf Proteinebene dosisabhängig gezeigt werden. Für CCL19 konnte eine Suppression nach vorangegangener LPS oder Poly I:C/IFNgamma Stimulation festgestellt werden, diese Liganden interagieren mit zwei verschiedenen TLRs. Gegenüber anderen Immunsuppressiva zeigte allein SFA eine pleiotrope Chemokinsuppression, kein anderes hier untersuchtes Immunsuppressiva (Cyclosporin A, Rapamycin oder Dexamethason) zeigte eine vergleichbare breite Wirkung auf die Chemokinexpression. Die kombinierte Gabe von SFA und CsA sorgte für eine verstärkte Chemokinsuppression im Vergleich zu der alleinigen Gabe eines der beiden Immunsuppressiva. Die CCR7-Oberflächenexpression der DCs blieb durch SFA unbeeinflusst. Chemotaxis-Assays zeigten eine verminderte Migration von aktivierten SFA-behandelten humanen DCs zu dem Chemokingradienten CCL19, dies ist auf eine Inhibition der CD38-Expression zurückzuführen. CD38 ist ein Ektoenzym, von dem berichtet wird, dass es die DC-Migration und die Zytokin-Produktion reguliert. Auch CD38 wurde auf Genebene und dosisabhängig auf Proteinebene durch SFA supprimiert. Vice versa war die Migration von unbehandelten aktivierten DCs und T-Zellen zu den Überständen SFA-behandelter DCs inhibiert, dies ist u.a. auf eine verminderte Menge an Chemokinen in den Überständen zurückzuführen. SFA-behandelte T-Zellen zeigten auch eine erniedrigte Migration zu den Chemoattraktanten CCL19, CCL5 und CCL17 im Vergleich zu Trägersubstanz-behandelten T-Zellen. In vivo konnte eine verminderte Migration von FITC+/CD11c+-Zellen zum Inguinal-Lymphknoten, von zuvor SFA-behandelten C57BL/6NCrl-Mäusen im Vergleich zu Trägersubstanz-injizierten Mäusen, festgestellt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese erste systematische genomweite Studie eine neue anti-inflammatorische Wirkweise von SFA zeigt, die sich von CsA unterscheidet. Die Ergebnisse dieser Arbeit identifizieren SFA als einen neuen Chemokin- und Migrationsinhibitor Dendritischer Zellen. Die Migration Dendritischer Zellen in Geweben und sekundäre Lymphorgane spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung der Immunantwort.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform