Evaluation der Hämatologiesysteme Sysmex pocH-100iV Diff und XT-2000iV für die Tierart Hund

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Ziel dieser Arbeit ist die Evaluierung zweier verschiedener Hämatologiesysteme Sysmex pocH-100iV Diff und XT-2000iV für die Tierart Hund. Ihre Einsetzbarkeit hinsichtlich der hämatologischen Untersuchung beim Hund wird im Vergleich zum ADVIA 2120 in Anlehnung an die veröffentlichten Richtlinien für die Evaluierung von Blutzellanalysegeräten (ENGLAND et al., 1994) und den Richtlinien der ICSH (International Committee for Standardization in Haematology, ICSH, 1994) überprüft.Der pocH-100iV Diff und der XT-2000iV weisen für die Präzision innerhalb der Serie für die Parameter der Blutzählung (WBC, RBC, HGB, HCT, MCV, MCHC, MCH) mit Variationskoeffizienten zwischen 0,4% und 1,2% bzw. 0,3% und 1,2% sehr gute Ergebnisse auf. Für die Thrombozytenzählung liegen die Variationskoeffizienten bei 4,9% bzw. 5,4% und sind ebenfalls als sehr gut zu bewerten. Für die Parameter der Blutzelldifferenzierung des pocH-100iV Diff ist die Präzision der eosinophilen Granulozyten (CV = 12,2%) nur mäßig, währenddessen die Präzision der Lymphozyten mit einem Variationskoeffizienten von 2,9% als sehr gut zu bezeichnen ist.Der XT-2000iV zeigt für sein gesamtes Differenzialblutbild mit CV-Werten von 1,4% bis 4,8% sehr gute Präzisionsergebnisse. Der Variationskoeffizient für die absolute Retikulozytenzählung beträgt 7,8%. Der Methodenvergleich zur Beurteilung der Richtigkeit ergibt für die Parameter WBC, RBC und HCT für den pocH-100iV Diff sehr gute Korrelationen (r & #8805; 0,98, Bias = -0,03 bis 0,56). Gute bis mäßige Korrelationen finden sich für die Parameter PLT (r = 0,93; Bias = -36,51) und MCV (r = 0,89; Bias = -0,55). Für den Parameter MCHC ergibt sich eine sehr schlechte Übereinstimmung (r = 0,33; Bias = -0,03). Der pocH-100iV Diff erreicht nur ein ausreichendes Ergebnis hinsichtlich der Blutzelldifferenzierung. Im Vergleich zur Blutzellzählung sind nur 108 Blutproben von ursprünglich 122 Proben in die Statistik eingeflossen, da das Gerät für die verbleibenden Proben kein Differenzialblutbild erstellen konnte. Am auffälligsten ist die fehlende Übereinstimmung der Resultate bei der Eosinophilendifferenzierung mit einem Korrelationskoeffizienten von r = 0,22. Für den Anwender heißt dies, dass eine mikroskopische Untersuchung des Blutausstriches unerlässlich bleibt.Der XT-2000iV zeigt dagegen für die Parameter WBC, RBC, HCT und PLT sehr gute Korrelationen (r >-; 0,98, Bias = -56,56 bis 0,22). Gute Korrelationen finden sich für die Parameter HGB (r = 0,82; Bias = 1,06) und MCV (r = 0,91; Bias = 2,04). Für die Parameter MCH und MCHC ergeben sich mäßige bis schlechte Übereinstimmungen. Die Literatur zeigt eine Studie von BAUER et al., 2008, in der der ADVIA 120 mit dem ADVIA 2120, hinsichtlich der unterschiedlichen Messmethoden (Zyanmethämoglobinmethode vs. Zyanfreie Hämoglobinmethode) verglichen wird. Die Resultate ergeben einen proportionalen Fehler, der in den eigenen Untersuchungen ebenfalls dargestellt werden kann. Aufgrund dessen werden die Resultate des XT-2000iV und des pocH-100iV Diff mit denen des ADVIA 120 verglichen. Daraufhin ergeben sich für den Parameter HGB beider Geräte sehr gute Übereinstimmungen mit dem ADVIA 120 (Korrelationskoeffizienten von 0,94 bzw 0,96).Für die Retikulozytenzählung ist eine gute Korrelation zwischen der manuellen und der automatisierten Messmethodik festgestellt worden (r = 0,87, Bias = 0,74). Im Methodenvergleich der Blutzelldifferenzierung sind gute bis sehr gute Korrelationen für Lymphozyten und neutrophile Granulozyten (r >- 0,89, Bias: -6,00 1,91) erzielt worden. Eine mäßige Übereinstimmung der Methodenergebnisse lässt sich für die eosinophilen Granulozyten und die Monozyten feststellen. Die Linearitätsstudie der beiden Hämatologiesysteme erreicht hohe Korrelationen mit Korrelationkoeffizienten bis 1 für WBC (range 0-80x103/µL), HGB (range 0-22g/dL) und RBC (range 0-13x106/µL). Somit messen die Hämatologiesysteme pocH-100iV Diff und XT-2000iV im Bereich der getesteten Konzentrationen linear.Das Ergebnis des Carry overs für den Parameter WBC des XT-2000iV liegt mit einem Wert von 0,03% deutlich unter dem geforderten Grenzbereich von >- 0,25%. Der pocH-100iV Diff weist für den Parameter WBC keine messbare Verschleppung auf.Bei der Überprüfung des Einflusses der Antikoagulanzien (K3-EDTA, Li-Heparin und Citrat) auf die Messergebnisse der beiden Hämatologiesysteme können für die Parameter WBC, RBC, HGB, und MCV des pocH-100iV Diff und für die Parameter WBC, RBC, HGB, PLT, und RET des XT-2000iV keine signifikanten Unterschiede der Messwerte festgestellt werden. Am pocH-100iV Diff kann für die Parameter MCH, MCHC und HCT eine prozentuale Abweichung von bis zu 13,26 % zwischen den verschiedenen Antikoagulanzien festgestellt werden. Die Thrombozytenzahl weicht im Vergleich Li-Heparin/Na-Citrat sogar bis zu 55,54% ab. Auffällig am Differentialblutbild ist eine starke Abweichung der eosinophilen Granulozytenzahl von 57,28% im K3-EDTA/Heparin Vergleich. Der XT-2000iV zeigt für die Parameter MCV, MCH, MCHC und HCT eine prozentuale Abweichung von bis zu 10,47% zwischen den verschiedenen Antikoagulanzien. Die Thrombozytenzahl weicht anders als beim pocH-100iV Diff im Vergleich Li-Heparin/Na-Citrat nur um 2,71% ab. Im Differentialblutbild zeigt sich eine prozentuale Abweichung bei den neutrophilen Granulozyten von 12,41% im Li-Heparin/Na-Citrat Vergleich. Für beide Hämatologiesysteme ist der Gerinnungshemmer K3-EDTA zur Analyse von Hundeblutproben am besten geeignet. Die Untersuchungen des Einflusses der Lagerungstemperatur (4°C, 22°C) und der Lagerungsdauer (72 Stunden) ergeben, dass der Einfluss der Temperatur statistisch für beide Hämatologiesysteme nicht signifikant ist, der Einfluss der Zeit jedoch ist hoch signifikant. Die Messergebnisse für den Parameter PLT des pocH-100iV Diff und des XT-2000iV sind bereits nach ungefähr 6 Stunden mit Vorsicht zu interpretieren. Die durchgeführte Verlaufsuntersuchung zeigt weiterhin, dass sowohl die Blutzellzählung als auch die -differenzierung am XT-2000iV und am pocH-100iV Diff nach 24 Stunden abgeschlossen sein sollte.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der pocH-100iV Diff als Gerät zur Zellzählung sehr gut für den alltäglichen Praxisbedarf geeignet ist und sehr gute (für einige Parameter befriedigende) Informationen liefert. Jedoch kann auf die mikroskopische Untersuchung des Blutausstriches nicht verzichtet werden.Das Hämatologiesystem Sysmex XT-2000iV ermittelt verlässliche Ergebnisse bei Zellzählung und differenzierung für die Tierart Hund. Besonders bei Proben mit pathologischen Veränderungen ermöglicht die graphische Darstellung in Form von Histo- und Scattergrammen das Erkennen von abnormem Zellaufkommen oder abweichender Zellmorphologie zur sicheren Diagnosestellung.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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