Spontanaggregation der Plättchen in der perioperativen Phase, gemessen mit der Impedanzaggregometrie und Partikelzählung

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Operative Eingriffe oder Traumata können zu einer erheblichen Störung der Hämostase führen, wobei die Thrombozyten gegenüber der plasmatischen Gerinnung häufig die übergeordnete Bedeutung besitzen. So folgen häufig einer Aktivierung der Thrombozyten thrombo-embolische Komplikationen, Myokardinfarkte oder zerebrale Ischämien. Umgekehrt führt eine verminderte Aggregationsbereitschaft zu einer vermehrten Blutungsneigung. Zur Bestimmung der Aggregation der Plättchen sind neben der neueren Durchflusszytometrie, die Impedanzaggregometrie und die Bestimmung der Thrombozytenaggregate geeignet. Die Testverfahren verwenden Vollblut und untersuchen die Plättchen somit in ihrem physiologischen Milieu, ohne den Verlust wichtiger Einflussfaktoren durch Erythrozyten und Leukozyten. Inwieweit die Impedanzmethode und die Bestimmung von Plättchenaggregaten die Spontanaggregation der Plättchen erfassen, wurde miteinander verglichen. Die Impedanzaggregometrie und die Bestimmung der Thrombozytenaggregate haben unabhängige Meßgrößen. Das heißt, sie erfassen unterschiedliche Aspekte der Aktivierung. Der Nachweis der Thrombozytenaggregate ist eher die sensitivere Technik als die Impedanzaggregometrie. Mit der Partikelzählung kann bereits die Bildung von Mikroaggregaten nachgewiesen werden, die von der Impedanzaggregometrie noch nicht erfasst werden. Somit ist die Partikelzählung zur Bestimmung der Spontanaggregation, ebenso wie die Durchflusszytometrie geeignet. Die Impedanzaggregometrie erfasst eher die Adhäsion an Oberflächen. Beide Methoden zusammen liefern somit wichtige Hinweise auf die Bildung von Thromben durch eine Plättchenaktivierung, wie sie im Vorfeld von Myokardinfarkten und cerebralen Ischämien auftritt. Die Lokalisation und Art der Operation beinflussen das thrombo-embolische Risiko in der peri- und postoperativen Phase. Nur mit der Impedanzaggregometrie bei venöser Blutentnahme konnte ein Einfluss der Lokalisation und der Art einer Operation auf die Spontanaggregation der Plättchen nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich ein erhöhtes thrombo-embolisches Risiko bei Patienten mit Hüftoperationen. Mit den übrigen Verfahren ergab sich kein Unterschied zwischen den Gruppen, weder im arteriellen noch im venösen System. Die Blutentnahme, arteriell oder venös, kann die gemessene Spontanaggregation der Plättchen oder die Oberflächenaktivierung der plasmatischen Gerinnung beeinfussen. Weder mit der Impedanzaggregometrie noch mit der Partikelzählung ließ sich zwischen arterieller und venöser Blutentnahme ein Unterschied der Spontanaggregation der Thrombozyten nachweisen. Somit scheint der auf die Thrombozyten einwirkende Scherstress erst in den Arteriolen, nicht jedoch in den großen Arterien Bedeutung zu erlangen. Dagegen zeigte die plasmatische Gerinnung, gemessen als Differenz von naPTT und PTT, eine erhöhte Aktivierung auf der arteriellen Seite im Vergleich zur venösen Seite, was in erster Linie auf eine Heparinkontamination bei der Blutentnahme zurückzuführen ist. Die Spontanaggregation der Plättchen und die Oberflächenaktivierung der plasmatischen Gerinnung werden unabhängig voneinander ausgelöst, dennoch gibt es Interaktionen von Plättchen und plasmatischer Gerinnung. Eine Korrelation von erhöhter Spontanaggregation und Oberflächenaktivierung der plasmatischen Gerinnung konnte nicht nachgewiesen werden. Bei extrakorporalen Blutzirkulationen, wie der Hämofiltration, sind Blutungen die wichtigste Komplikation. Daneben tritt gelegentlich ein thrombotischer Verschluss der Hämofilter auf. Für das erhöhte Blutungsrisiko verantwortlich sind eine durch die extrakorporale Blutzirkulation ausgelöste Dysfunktion der Plättchen und ein Plättchenverbrauch am Hämofilter mit daraus resultierender verminderter Anzahl zirkulierender Plättchen. Die Spontanaggregation der Plättchen der Patienten unter Hämofiltration nahm ab, entsprechend der Zunahme der Dauer der Hämofiltration. Dies wird in erster Linie durch einen erhöhten Verbrauch aktivierter Plättchen am Hämofilter erklärt.

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