Vergleichende Untersuchung zweier unterschiedlicher Entnahmetechniken für Endometriumbiopsien bei Stuten

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Die Endometriumbiopsie der Stute ist in den meisten Fällen das Mittel der Wahl, um eine Diagnose hinsichtlich des Zustandes des Endometriums und eine Prognose bezüglich der Fertilität zu stellen. Dabei wird häufig blind im Corpus uteri beziehungsweise corpusnahen Bereich bioptiert. Aus der klinischen Beobachtung geht hervor, daß blind entnommene Bioptate nicht immer den wahren Befund des Endometriums widerspiegeln. Dies wird aus dem Vergleich der Biopsieergebnisse mit dem hysteroskopischen Befund deutlich. Eventuell vorliegende lokale Veränderungen des Endometriums bleiben unerkannt, obwohl sie potentielle Ursachen länger andauernder Infertilitäten darstellen könnten. Demnach war es Ziel dieser Studie, die Häufigkeit lokaler Veränderungen zu bestimmen und den Stellenwert der Kombination von Hysteroskopie und Endometriumbiopsie zu ermitteln. Dazu wurde bei jeder Stute die konventionelle Art der Entnahme ( blind ) einer Endoskopie mit Biopsie gegenübergestellt und die beiden Bioptate in ihren Diagnosen miteinander verglichen. Es wurde geprüft, ob die endoskopisch entnommene Biopsie sich als vorteilhaft hinsichtlich der Diagnosestellung pathologischer Veränderungen des Endometriums gegenüber der konventionell entnommenen Biopsie erweist. In der vorliegenden Studie wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein einer lokalen Veränderung und der histologischen Beurteilung des Endometriums als pathologisch ermittelt (p=0,027). Dies wird durch das signifikante Ergebnis der exenterierten Uteri im Rahmen der Voruntersuchung bestätigt (p=0,003). Hier wird die Bedeutung der Hysteroskopie vor allem bei subfertilen Stuten erkennbar, da gerade bei diesen Stuten histopathologische Veränderungen häufiger vorkommen. Eventuell vorhandene lokale Veränderungen des Endometriums würden demnach ohne Hysteroskopie nicht entdeckt werden und könnten nicht in die Bewertung hinsichtlich Diagnose und Prognose einfließen. Bei den in der eigenen Studie untersuchten Stuten handelte es sich um Problemstuten aus dem Patientenkollektiv der Klinik. Hier wiesen 68% der Tiere ein pathologisch verändertes Endometrium, von diesen wiederum 56% mindestens eine lokale Veränderung auf. Nur 23% der Stuten mit physiologischem Endometrium hingegen zeigten lokale Veränderungen.Die beiden unterschiedlich entnommenen Biopsien wurden anhand ihrer histopathologischen Diagnosen miteinander verglichen. Bei den Stuten mit einer lokalen Veränderung resultierte die gezielt entnommene Biopsie signifikant häufiger in einer schlechteren Diagnose als die konventionell entnommene Biopsie (p=0,011 beziehungsweise p=0,045). Es zeigt sich demnach ein Vorteil der endoskopischen Bioptatentnahme bei Stuten mit einer lokalen Veränderung. Daraus läßt sich schließen, daß bei der Untersuchung auf Zuchttauglichkeit, wenn es sich vorberichtlich um eine subfertile Stute handelt, auf weiterführende Untersuchungsmethoden zurückgegriffen werden sollte. Hier sind vor allem Hysteroskopie und Biopsie zu nennen. Die Verknüpfung dieser beiden Methoden ermöglicht außerdem die gezielte Bioptatentnahme. Dies ist besonders bei Stuten mit einer lokalen Veränderung zu empfehlen, da dann die veränderten Bereiche zusätzlich bioptiert werden können, und so eine größere Anzahl von Befunden für die genauere Ermittlung der Prognose zur Verfügung stehen. Da die lokalen Veränderungen des Endometriums, die vor allem bei Stuten mit histopathologischen Befunden vorkommen, durch keine andere Methode als durch die Hysteroskopie erkannt werden können, empfiehlt es sich, bei Problemstuten die Hysteroskopie mit gezielter Bioptatentnahme der konventionellen Entnahme vorzuziehen.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004

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