Zuordnung von Brachyspira hyodysenteriae-Feldisolaten aus deutschen und ausländischen Schweinebeständen zu Serotypen und Serogruppen
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Die Schweinedysenterie ist eine durch B. hyodysenteriae verursachte, während der Mast auftretende mukohämorrhagische Diarrhöe, die weltweit große wirtschaftliche Bedeutung besitzt. Im Verlauf der Infektion entwickeln die Tiere eine Serotyp-spezifische Immunität. Bei Infektion mit anderen Serotypen von B. hyodysenteriae kann somit erneut eine Dysenterie auftreten. Derzeit werden bei B. hyodysenteriae mittels Immundiffusions- oder Aggluti¬na¬tions¬test 9 Serotypen unterschieden. Für den europäischen Raum liegen jedoch hierzu keinerlei Informationen vor. In Bezug auf diese ungeklärte Situation wurden in Kaninchen Antiseren gegen die neun be¬kann¬ten Serotypen und weitere acht, nach ersten Untersuchungen hiervon abweichende deutsche B. hyodysenteriae Isolate, hergestellt und für die Charakterisierung deutscher (n=75), spa¬nischer (n=17), dänischer (n=12), japanischer (n=5) und nordamerikanischer (n=8) Isolate verwendet. Basis zur Diskriminierung von Serotypen ist das in der Zellwand der Bakterien lokalisierte Lipooligosaccharid (LOS). Im Fokus standen LOS-spezifische Banden im Bereich von 10-30 kDa, die nach Untersuchung im Immunoblot mit den Serotyp-spezifischen Antiseren zur Diskriminierung von Serotypen geeignet erschienen. Trotz des für den Immu¬noblot erforderlichen Aufwands, erschien dies der sicherste und eleganteste Weg, eine tatsächlich auf dem LOS beruhende Diskriminierung der Brachyspiren vorzunehmen. Zusätzlich wurden alle untersuchten LOS-Präparationen einem Proteinase K-Verdau unterzogen, da Proteinresiduen im LOS zu erheblichen Kreuzreaktionen führten.Insgesamt konnten von allen untersuchten Stämmen (n=117) nur etwas mehr als die Hälfte (n=60, 51 %) serologisch zugeordnet werden. Die Anzahl der deutschen Isolate, die von den Antiseren gegen deutsche Stämme erkannt wurden, war etwa zweimal so hoch (n=16) als jene, die mit den Antiseren gegen die bereits bekannten Serotypen reagierten (n=7). Entsprechende Befunde lagen auch für die Isolate aus Spanien vor. Die Mehrzahl (61 %) reagierte mit den Antiseren gegen deutsche Stämme, während die anderen Stämme (29 %) nicht zugeordnet werden konnten. Im Gegensatz dazu konnten 58 % der dänischen und 60 % der japanischen Isolate den Serotypen 1-7, bzw. Serogruppen H und I zugeordnet werden. Von den aktuellen nordamerikanischen Stämmen reagierte lediglich ein Stamm, und zwar mit dem Antiserum gegen Serotyp 5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Brachyspiren ein hohes Ausmaß an antigener Variabilität besitzen. Bei Berücksichtigung von geographischer Herkunft und Zeit der Isolierung der Brachyspiren scheint eine kontinuierliche aber geographisch unterschiedliche phylogenetische Entwicklung der Brachyspiren zu erfolgen. Diese Situation ist bei allen Arbeiten im Rahmen der Diagnostik, Therapie und Bekämpfung der Dysenterie zu berücksichtigen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
