Zahngesundheit 6- bis 7-jähriger bayerischer Schulkinder 2009
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Zusammenfassung
Hintergrund und Zielsetzung: Untersuchungen zur Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen tendenziell eine abnehmende Kariesmorbidität. Gleichzeitig fällt aber ein hoher Anteil unversorgter Milchzahnkaries auf. Die vorliegende Studie zur Beurteilung der Zahngesundheit der 6- bis 7-jährigen bayerischen Schulkinder wurde im Rahmen einer bundesweiten epidemiologischen Studie durchgeführt, in der neben Kindern aus Grundschulen auch Jugendliche von Haupt- und Realschulen und Gymnasien mit einbezogen wurden. Ziel war es, anhand des dmf(t)-Index, dem Anteil naturgesunder Gebisse und dem Versorgungsgrad der Milchzähne die Entwicklung der Zahngesundheit im Vergleich zu 2004 zu beurteilen. Nullhypothese: Im Vergleich zur Untersuchung von 2004 verändert sich die Rate der Nichtteilnahmen nicht. Die Mundgesundheit der 6- bis 7-Jährigen verbessert sich nicht, während der Anteil naturgesunder Gebisse unverändert bleibt und der Versorgungsgrad der Milchgebisse keine Verbesserung zeigt.Material und Methode: Durch das Institut für Mathematik der Universität Würzburg erfolgte die Ziehung einer repräsentativen, geschichteten Stichprobe von 2,2%. Von April 2009 bis März 2010 wurden an 69 Grundschulen 2320 Schüler der ersten Klasse erfasst und 1930 nach der gleichen Methodik der vorangegangenen Studie von 2004 untersucht und statistisch beurteilt. Die an den Diagnose-Vorgaben der WHO orientierte Befundung erfolgte durch acht eingewiesene und kalibrierte Zahnärzte/-ärztinnen. Verwendung fanden neben Spiegel und Sonde eine Untersuchungsleuchte, ein Luftpüster und eine Liege. Die Dateneingabe erfolgte nachträglich mittels EDV-Programm dbase IV und die statistische Analyse wurde mit Hilfe von SPSS durch das Institut für Mathematik durchgeführt. Ergebnisse: Gegenüber 2004 kam es zu einer erhöhten Reduzierung der Anzahl untersuchter Schüler. Lag 2004 die Dropout-Rate noch bei 24%, so waren dies 2009 insgesamt 41%. Der mittlere dmf(-t)-Wert für die Milchzähne betrug 2,34, der mittlere DMF(-T)-Wert der bleibenden Zähne 0,11. Damit lag kein signifikanter Unterschied zur Erhebung von 2004 (hier dmf(t): 2,35) vor. Der rückläufige Trend der Kariesprävalenz in den letzten drei Jahren hat sich nicht weiter fortgesetzt, es kam zu einer Stagnation des Caries decline. Gleiches gilt für den SiC-dmf(t), hier liegt ebenfalls kein signifikanter Unterschied zu den Werten von 2004 vor (SiC-dmf(t) 2004: 13,78 und 2009: 14,21). Der Anteil naturgesunder Milchgebisse (50,6%) weist gegenüber 2004 (hier 50,2%) keinen signifikanten Unterschied auf. Von großer Bedeutung ist die Zunahme der unversorgten Milchzahnkaries. Waren 2004 noch 35,3% der kariösen Milchzähne unversorgt, so waren dies 2009 bereits 39,3%. Fazit: Für die Planung von Prophylaxeprogrammen und Betreuungskonzepten empfehlen diese Erkenntnisse, sich nicht mit den stagnierenden Werten der Kariesprävalenz von 2009 zu begnügen, sondern den erkannten erhöhten Behandlungsbedarf zum Anreiz zu nehmen, die Betreuung von Grundschulen und Kindergärten verstärken, dabei kariöse Läsionen frühzeitig erkennen, die Notwendigkeit einer Behandlung aufzuzeigen und die betroffenen Kinder der Sanierung durch den Zahnarzt zuzuführen. Hierbei ist es für die Zukunft einer effektiven Prophylaxe unabdinglich, frühestmöglich im Zuge der Gruppenprophylaxe Risikopatienten auszumachen und diese durch die Individualprophylaxe gezielt verstärkt zu betreuen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : Laufersweiler
