Minderung der Formaldehydbelastung im anatomischen Praktikum am Beispiel Humanmedizin der Universität Gießen durch Präparation mit Infutrace und strömungstechnischer Optimierung der Lüftungsanlage im Bereich der Atemluftversorgung von Studenten und Lehrenden am Präparationstisch : Schwerpunkt sind die immissionsmindernden Faktoren

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Für die Anatomiesäle der Justus-Liebig-Universität sollte eine Lösung erarbeitet werden, welche die Formaldehydbelastung in der Atemluft unter die Arbeitsplatzgrenzwerte oder besser unter den 25 %igen Stoffindex senkt.Ausgehend von der ursprünglichen Situation mit mehrfacher Überschreitung dieser Grenzwerte wurden Methoden gesucht und auch gefunden, die hierfür in Frage kommen.Eine übliche Vorgehensweise, den Luftschadstoff Formaldehyd mittels direkt abgesaugter Tische als einen ersten Schritt zu minimieren war, in den Präparationshallen nicht umsetzbar.Über Betrachtungen der Luftströmungen im persönlichen Atembereich wurden Lösun- gen gefunden, die hier vorliegende Anreicherung mit Formaldehyd über den Spenderkörper zu minimieren. Hierbei spielt der durch Körpertemperatur entstehende Luftauftrieb eine große Rolle. Aufgrund in den Präparationshallen vorherrschenden kühlen Temperaturen steigt wegen der warmen Haut- oder Kleidungsoberfläche Luft an den Personen vom Boden entlang des Körpers auf. In den meisten Fällen werden Präparationshallen mittels Mischlüftung gelüftet. Hierbei ist die Formaldehydverteilung in der Hallenluft überall in der Halle ähnlich. Das bedeutet, abseits der Präparationstische entspricht die am Körper aufsteigende Luft etwa der Luftqualität der gesamten Halle. Aufgrund von etwa achtfachem Luftwechsel pro Stunde in der Präparationshalle sind die Messungen abseits vom Präparationstisch in den meisten Fällen nicht problembehaftet.Für die am Präparationstisch stehenden Personen reichert sich die aufsteigende Hallenluft mit den Formaldehydemissionen des auf dem Tisch liegenden Körperspenders an. Durch weiteres Aufsteigen in den persönlichen Atembereich der am Tisch stehenden Personen wird diese Luft zur Atemluft der Personengruppe.Es wurde gezeigt, dass es mittels einer hierfür entwickelten und optimierten Düsenblasanlage möglich ist, die aufsteigenden Luftströme im Bereich des persönlichen Atembereiches weitestgehend zu unterdrücken. Weiterhin mit der über dem Tisch nach unten fließenden Luftmenge den Spenderkörper zu umspülen und so die Formaldehydemission des Körpers stark zu verdünnen. Über dieses Prinzip ist es möglich, Formaldehydreduzierungen im persönlichen Atembereich von -53 % bis -74 % zu erreichen. Das hier vorgestellte System ist in vielen Fällen in der Lage die AGW einzuhalten. Weiterhin wurde eine deutliche Annäherung der Einzelmesswerte am Präparationstisch bei Verwendung dieses Systems festgestellt. Lagen zu Beginn der Messungen Unterschiede an einem Tisch teilweise bei über 200 %, so vergleichmäßigten sich diese auf geringe Unterschiede in einem Bereich von kleiner als 25 %. Mit kleinen Abweichungen der Messergebnisse an einem Tisch, wurde eine weitere Sicherheit der Methode erreicht. Gleiche Arbeiten am Tisch bringen gleiche Messergebnisse.Um einen möglichst großen Sicherheitsabstand zum AGW zu erhalten, wurden die Spenderkörper parallel mittels Infurtrace -Unterspritzung vorbereitet.Auch über diese Methode wurde eine deutliche Herabsetzung der Formaldehydbelas- tung der Atemluft erreicht.Die Kombination beider Methoden ergibt für den Anwender aber auch für den Präparationssaalverantwortlichen eine rechtliche Sicherheit sowie den nötigen deutlichen Abstand zum derzeit bestehenden Grenzwerten. Anfangs gemessene Formaldehydwerte von über 2 mg/m3 konnten sicher unter den bestehenden Arbeitsplatzgrenzwert sowie den 25 %igen Stoffindex für Formaldehyd gesenkt werden.

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