Über den Verlauf der Idiopathischen Pulmonalen Fibrose und den Einfluss klinischer Exazerbationen mit nachfolgender stationärer Behandlung auf Krankheitsprogress und Überleben

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Die Idiopathische pulmonale Fibrose ist eine restriktive Ventilationsstörung immer noch ungeklärter Ätiologie. Sie betrifft vornehmlich Patienten in der 5. und 6. Dekade und tritt tendenziell häufiger im männlichen Geschlecht auf. Bei weitgehend fehlender effektiver Therapie endet ihr Verlauf meist nach wenigen Jahren mit dem Versterben der Patienten. Wir haben postuliert, dass neben der häufig diskutierten primären Krankheitsexazerbation auch eine sekundäre Exazerbation, vor allem im Sinne einer Infektexazerbation, maßgeblichen Einfluss auf den Progress der Erkrankung und deren Mortalität hat. Wir haben im Speziellen die Daten respiratorisch bedingter Hospitalisierungen von insgesamt 100 Patienten der Lungenfibroseambulanz der Uniklinik Gießen mit einer leitliniengerecht gesicherten Diagnose einer IPF retrospektiv untersucht. Wir konnten 104 Exazerbationen ausmachen. Demographische Daten, Nebenerkrankungen, der Rauchstatus, lungenfunktionelle Daten, im Speziellen die Vitalkapazität, klinische Diagnosen einer Exazerbation, mikrobiologische Keimnachweise und deren Verteilung, laborchemische Parameter, verordnete Antibitotikaregime und andere Medikationen wurden erfasst und für Patienten mit und ohne Exazerbationen neben Überlebenszeitanalysen, multivariate Coxregressionsanalysen zur Indentifikation möglicher Risikofaktoren einer Exazerbation durchgeführt und die Verteilung der genannten Merkmale ermittelt. Die primäre und sekundäre Exazerbation der IPF sind ein Pathologikum mit einschneidendem Einfluss auf ihren Verlauf. Das mediane Überleben nach einer ersten Exazerbation mit 283+/- 133,1 Tagen, wie auch die signifikante Zunahme der restriktiven Ventilationsstörung nach einer Exazerbation (p(%VCsoll)<0,001, p(%FVCsoll<0,001)) im Schnitt um 94,9 +/- 2,4ml (6,5+/-1,6%) zeigen dies deutlich. Die in der Literatur postulierte Dominanz der primären Krankheitsexazerbation können wir nicht bestätigen. Vielmehr zeigen unsere Daten u.a. zu klinischer Präsentation, laborchemischer Inflammation, mikrobiologischem Pathogennachweis und der prognostischen Bedeutung wechselnder Antibiotikatherapie, dass der Anteil an respiratorischen Infektionen unterschätzt wird. Beispielsweise erfassten wir 74% (n=77) der Exazerbationen als vermutete respiratorische Infektion und in rund einem Drittel (n=23) ließ sich ein mikrobiologischer Pathogennachweis führen. Die Serum CRP vor allem zum 7. Tag der stationären Behandlung korrelierte hoch signifikant (p<0,001) mit einem letalen Ausgang der Exazerbation und auch das Ausmaß der restriktiven Ventilationsstörung konnte als Risikofaktor der Exazerbation demonstriert werden. Zudem konnte die Therapie mit Cyclophosphamid als signifikanter Risikofaktor einer Exazerbation ermittelt werden. Infektexazerbationen müssen Beachtung im Kontext des Krankheitsverlaufs der IPF finden und bieten mögliche Angriffspunkte für therapeutische Strategien, wie den forcierten und wiederholten Versuch eines Pathogennachweises und den prophylaktischen Einsatz inhalativer Antibiotika. Diese und weitere Konzepte bedürfen weiterer wissenschaftlicher Untersuchung.

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