Innere Exposition zu Umweltschadstoffen bei 84 Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis im Vergleich

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In den letzten Jahrzehnten hat die Prävalenz der Neurodermitis kontinuierlich zugenommen, zufriedenstellende Erklärungen für diese Zunahme wurden bisher nicht gefunden. Hypothesen, nach denen Umweltschadstoffe die Auslösung der Krankheit fördern, wird in der Komplementärmedizin mit Ausleitungs- und Substitutionstherapien Rechnung getragen, ohne dass es klare Anhaltspunkte für erhöhte Schadstoffgehalte gegeben hätte. In der vorliegenden Arbeit wurden die Gehalte an Blei, Cadmium, Quecksilber, Platin, Arsen, Pentachlorphenol (PCP), Hexachlorbenzol (HCB) und den polychlorierten Biphenylen (PCB) 138, 153 und 180 in Blut bzw. Urin von 43 Patienten mit Neurodermitis und einem parallelisierten Kontrollkollektiv von 41 Patienten mit Psoriasis unter vergleichbaren Bedingungen untersucht, da die Psoriasis nicht als umweltbedingt ausgelöst gilt. Daneben wurde eine umfangreiche umweltmedizinische Anamnese zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erhoben. Die Gehalte zeigten nur in wenigen Einzelfällen Überschreitungen des 95. Perzentils der Referenzwerte der Normalbevölkerung, erklärbar durch miterfasste, meist kurzfristige Einflussfaktoren. Durch Kovarianzanalyse wurden Zusammenhänge zwischen der inneren Exposition der analysierten Substanzen und dem jeweiligen Krankheitsbild sowie substanzspezifische Einflüsse untersucht (Alter, Anzahl der Zahnfüllungen, Geschlecht, Rauchen, Fischkonsum, Entfernung der Wohnung von einer Hauptverkehrsstraße). Es zeigte sich ein Einfluss des Alters auf die PCP- (p=0,018) und Pt-Spiegel (p=0,002) im Urin, sowie HCB und PCB im Blut (p<0,0001). Die Anzahl der Amalgamfüllungen beeinflussten die Hg-Spiegel i.U. (p=0,0009), die Anzahl edelmetallhaltiger Zahnfüllungen die Pt-Spiegel i.U. (p<0,0001). Fischkonsum innerhalb der letzten 3 Tage war mit den As-Spiegeln i.U. assoziiert (p=0,0006). Bezüglich der Cd-Spiegel im Blut zeigt sich eine Geschlechtsabhängigkeit (p=0,04). Dieser Parameter war der einzige stark durch Rauchen beeinflusste (p=0,0001). Patienten mit Psoriasis zeigten höhere Spiegel an HCB (p=0,026) und PCB (p=0,025) im Blut, erklärbar durch Werte nahe der Nachweisgrenze. Für alle anderen analysierten Schadstoffe finden sich keine Unterschiede bezüglich der beiden Krankheitsgruppen. Ein Zusammenhang des Schweregrades der Neurodermitis und der Psoriasis mit den gemessenen Schadstoffen, erfasst durch die Indices AEASI bzw. PASI, läßt sich statistisch nicht feststellen. Die vorliegende Studie konnte im Humanbiomonitoring als relevanten Belastungsparameter keine Hinweise auf eine erhöhte Schadstoffexposition dieses Patientenkollektivs aufzeigen.

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