Histopathologische und immunhistologische sowie zytologische und molekularbiologische Untersuchungen zur Pathogenese und Therapie equiner Sarkoide

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1. Aus 29 equinen Sarkoiden konnten insgesamt fünf primäre fibroblastenähnliche Zelllinien angelegt werden, die bis zur 20. Passage BPV-1-DNA enthielten. Mittels Southern Blot konnte das BPV-1-Genom in voller Länge von ungefähr 8 kbp nachgewiesen werden. Die virale DNA ließ sich durch ISH in den Zellkernen der kultivierten Tumorzellen lokalisieren. Die Zelllinien zeigten ein für Tumorzellen typisches Wachstum. Alle fünf Zelllinien alterten, bevor sie das Stadium der Permanenz erreichten. 2. Die experimentelle Infektion von Syrischen Goldhamstern mit BPV-1 führte bei 27 von 63 Tieren innerhalb von 13 Monaten zur Ausbildung von Hauttumoren, die makroskopisch und histopathologisch dem equinen Sarkoid glichen. Mittels PCR und ISH war BPV-1-DNA in 9 von 13 untersuchten Tumoren nachweisbar. Es konnten keine Zusammenhänge zwischen Dignität, Größe oder Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors und der Anzahl BPV-DNA-positiver Tumorzellen nachgewiesen werden. 3. Die equinen Sarkoidzellen reagierten immunhistologisch hauptsächlich am dermoepidermalen Übergang positiv mit einem Antikörper spezifisch für Vimentin, wohingegen in der Tiefe kaum positive Zellen zu sehen waren. Beim Hamstertumor reagierten ebenfalls nur wenige Tumorzellen positiv für Vimentin. Die positiven Zellen waren sowohl subepithelial als auch in der Tiefe des Tumors zu finden. In vitro zeigten die Sarkoidzellen ein vergleichbares Muster und reagierten nur schwach mit dem Antikörper spezifisch für Vimentin. Eine Zelllinie war vollständig negativ. 4. Mittels PCR und 19 überlappenden Primerpaaren und nachfolgender DNA-Sequenzierung war es möglich, erstmalig an einem equinen Sarkoid zu zeigen, dass das BPV-1-Genom vollständig in equinen Sarkoiden enthalten ist. Die erhaltene Sequenz mit 7942 bp war mit einer bekannten BPV-1-Sequenz zu 98 % identisch. Sequenzabweichung im ORF von E5 stimmten mit der sarkoidspezifischen BPV-1 Sequenz SWISS 1 überein. Weitere als sarkoidspezifisch geltende Mutationen fanden sich in dieser Sequenz nicht. 5. In equinen Sarkoiden war mittels Immunhistologie und RT-PCR eine Expression des Tumorsuppressorproteins PTEN nachweisbar. Es konnte ein PTEN-Genabschnitt von 205 bp Länge sequenziert und mit einer murinen PTEN-Sequenz abgeglichen werden. Die Sequenzen stimmten zu 95 % überein. 6. In equinen Sarkoiden war trotz Expression von PTEN phosphoryliertes AKT darstellbar. Dies und der Nachweis der Proliferationsmarker Ki67 und PCNA belegen eine Funktionsstörung von PTEN in equinen Sarkoiden. 7. Die BPV-1-induzierten Hauttumoren von jeweils drei Hamstern wurden in einer orientierenden Studie topisch mit dem pflanzlichen Sanguinarin-haltigen Präparat XXTerra behandelt. Hierdurch kam es zu einer Koagulationsnekrose des Tumorgewebes. Der Nekroseherd wurde vom noch lebenden Tumorgewebe durch einen Lymphozytenwall abgegrenzt. 8. Bei insgesamt drei Pferden wurde die Therapie equiner Sarkoide mit XXTerra verfolgt. In zwei Fällen handelte es sich um mehrfach rezidivierte Sarkoide nach teils unterschiedlicher Vorbehandlung. Durch die XXTerra -Therapie entwickelte sich bei allen drei Pferden eine Nekrose mit anschließender Abstoßung des Tumorgewebes. Es kam zu einem vollständigen Wundverschluss. Bei einem Pferd rezidivierte der Tumor zwei Monate nach Therapieende. In den anderen zwei Fällen gab es keine Rezidive. 9. Durch Sanguinarin konnte eine dosisabhängige Reduktion der mitochondrialen Dehydrogenaseaktivität bei equinen Zelllinien hervorgerufen werden. Sarkoidzellen reagierten empfindlicher auf die Sanguinarin-Behandlung als normale Fibroblasten. 10. Durch die inaktivierten animalen Pockenviren AIM 3 und AIM 5 wurden eine Proliferationshemmung der Sarkoidzellen und gleichzeitig eine Proliferationssteigerung der normalen Fibroblasten hervorgerufen. Diese Wirkung wurde durch eine Kombination von beiden Viren verstärkt. Obwohl Cis-4-Hydroxy-L-Prolin eine Senkung der mitochondrialen Dehydrogenaseaktivität bewirkt, rief es eine Steigerung der Proliferation equiner Sarkoidzellen hervor. Immodin bewirkte eine Steigerung der mitochondrialen Dehydrogenaseaktivität und der Proliferation.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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