Der postoperative paralytische Ileus ist heutzutage nach wie vor eine ernste Komplikation in der kolorektalen Chirurgie und mit einem deutlichen Anstieg der perioperativen Morbidität, einer Verlängerung der Krankenhausverweildauer und dadurch bedingten Erhöhung der Kosten verbunden.Zielsetzung dieser Arbeit war die Untersuchung der Frage, ob die Anlage oder Nicht-Anlage eines protektiven doppelläufigen Ileostomas bei onkologischen Rektumresektionen einen Einfluss auf die Inzidenz eines postoperativen paralytischen Ileus unter Berücksichtigung der Faktoren Periduralanästhesie, Diabetes mellitus, Adipositas, neoadjuvante Radiochemotherapie, Alter und Geschlecht hat.Im Rahmen dieser retrospektiven Studie wurden die Daten von 101 Patienten, die sich in der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Gießen im Zeitraum 01.03.2003 bis 30.09.2006 einer elektiven Rektumresektion unter Sphinktererhaltung unterzogen haben, ausgewertet. Die Rektumresektionen wurden offen-chirurgisch mit primärer Anastomose (Descendorektostomie) durchgeführt. Das Gesamtkollektiv wurde in eine Ileostomagruppe (62 Patienten) und eine Nicht-Ileostomagruppe (39 Patienten) unterteilt. Es entwickelten insgesamt 14 Patienten einen postoperativen paralytischen Ileus (13,86 %), davon 12 Patienten (19,35 %) in der Ileostomagruppe und 2 Patienten (5,13 %) in der Nicht-Ileostomagruppe (p = 0,07).Nach Berechnung mit Hilfe des multivariaten logistischen Regressionsmodells konnte ein Hinweis gefunden werden, dass die Anlage eines protektiven doppelläufigen Ileostomas einen Einfluss auf die Inzidenz eines postoperativen paralytischen Ileus hat (OR 4,96; 95 % CI 1,02-24,03; p = 0,047).Der Einfluss der Ileostomaanlage bei Rektumresektion auf die Inzidenz eines postoperativen paralytischen Ileus ist bereits in der Literatur vorbeschrieben und konnte somit in dieser Arbeit bestätigt werden.Für die Zukunft ist es sinnvoll, ein Modell zu entwickeln, welches eine verlässliche Aussage bezüglich des individuellen Risikos eines Patienten, einen postoperativen paralytischen Ileus zu entwickeln, erlaubt. Nur so können im Vorfeld Vermeidungs- und Behandlungsstrategien des postoperativen paralytischen Ileus erarbeitet werden.
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