Sonographische und duplexsonographische Varikozelendiagnostik

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Die Varikozele hat eine Prävalenz von ca. 20% bei jungen Erwachsenen und ca. 40% bei Männern mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Diagnose wird derzeit typischerweise klinisch und sonographisch gestellt, während die Phlebographie aufgrund der Invasivität zunehmend an Bedeutung verliert. Allerdings sind die Kriterien der sonographischen Diagnostik nicht einheitlich definiert.An 95 Patienten im reproduktiven Alter (17 63 Jahre), die sich in der andrologischen Sprechstunde der Klinik vorstellten, wurde die Varikozele klinisch und sonographisch untersucht. Untersuchte Parameter stellen die Seitenverteilung, die klinischen und sonographischen Varikozelengrade, die Hodenvolumina, die Venendurchmesser, die Flussgeschwindigkeiten sowie das Spermiogramm der jeweiligen Patienten dar. Zur Ermittlung von Grenzwerten der Venendurchmesser und Überprüfung einer Einordnung in die verschiedenen Varikozelengrade nach WHO-Kriterien wurden ROC-Kurven erstellt.Bei 81,1% der Patienten fanden sich unilateral linksseitige Varikozelen, während nur 16,6% der Patienten eine bilaterale Varikozele und 2,2% eine unilateral rechtsseitige Varikozele aufwiesen. Auf der linken Seite betrug die Anzahl der klinischen Varikozelen 45 x I° , 28 x II° und 15 x III°, auf der rechten Seite entsprechend 11 x I°, 6 x II° und keine Varikozele III°. Zusätzlich konnten mittels Duplex-Sonographie 17 subklinische Varikozelen rechts sowie fünf subklinische Varikozelen links über einen Reflux detektiert werden. Die Hodenvolumina unterschieden sich im Seitenvergleich signifikant voneinander (p<0,05) und maßen rechts im Median 16,0 ml und links 15,0 ml. Die medianen Venendurchmesser betrugen bei Gesunden 2,7 mm, bei subklinischen Varikozelen 2,7 mm, bei erstgradigen Varikozelen 3,0 mm, bei zweitgradigen 3,4 mm und bei drittgradigen 3,7 mm in Ruhe und stiegen auf 2,9 mm, 3,2 mm, 3,7 mm, 4,2 mm und 5,3 mm unter Valsalva-Manöver an. Ein Ruhereflux fand sich bei 14 von 127 untersuchten Varikozelen. Die Flussgeschwindigkeit unter Valsalva-Manöver nahm mit steigendem Varikozelengrad auf bis zu 20 cm/sec bei den Varikozelen III° zu (p<0,05). Ein Grenzwert des Venendurchmessers zur Unterscheidung zwischen Gesunden Patienten und Patienten mit subklinischer Varikozele konnte nicht gefunden werden. Unter Valsalva-Manöver konnte ein venöser Durchmesser von 3,55 mm als Grenzwert für das Vorliegen einer klinischen Varikozele definiert werden. Hierbei beträgt die Sensitivität 76,5% und die Spezifität 89,8% für die Diagnostik einer Varikozele. Bei einem Venendurchmesser von > 3,95 mm lag stets ein Reflux vor. 67,5% der Patienten wiesen ein pathologisches Spermiogramm nach WHO-Richtlinien auf, wobei die isolierte Oligozoospermie mit ca. 50% dominierte.Der Venendurchmesser allein ist als diagnostisches Kriterium nicht geeignet, um Patienten mit subklinischer Varikozele zu erfassen. Hier ist die Duplex-Sonographie essentiell. Ab einem Venendurchmesser von > 3,55 mm unter Valsalva-Manöver kann mit hoher Sensitivität und Spezifität eine klinische Varikozele auch ohne eine Doppler-Untersuchung diagnostiziert werden. Bei einem Venendurchmesser von > 3,95 mm unter Valsalva-Manöver ist die Doppler-(Duplex)-Sonographie zur Sicherung der Diagnose Varikozele testis sogar überflüssig, da in allen Fällen ein Reflux vorliegt.

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