Einfluss der Radiosynoviorthese des Kniegelenkes auf das Gerinnungssystem

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2010

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Zusammenfassung

Die Radiosynoviorthese (RSO) ist seit einiger Zeit ein gängiges Verfahren zur Behandlung von entzündlichen Prozessen der Gelenke, wie sie bei der rheumatoiden Arthritis vorkommen. In vielen Fällen ist die RSO eine echte Alternative zur operativen Entfernung der entzündlich veränderten Gelenkinnenhaut. Unsere Untersuchungen beschäftigen sich mit der Thematik der Entscheidung pro bzw. kontra Thromboseprophylaxe bei Radiosynoviorthese des Kniegelenkes.Das Kniegelenk wird im Anschluß an die Radiosynovierthese mittels Gipsschiene ruhiggestellt. Dem Patienten wird keine Bettruhe vorgeschrieben, er soll sich soweit wie möglich normal verhalten. Lediglich das betroffene Knie ist vollständig immobilisiert, während jedoch die sogenannte Muskelvenenpumpe weiterhin funktioniert und es somit nicht zu einer venösen Stase kommen dürfte.Es liegt also eine Teilimmobilisation vor. Um objektiv beurteilen zu können, ob die Dauer der Ruhigstellung des Kniegelenkes einen signifikanten Unterschied auf die Gerinnung haben könnte, wurde das Patientenkollektiv (n=50) zwiegespalten:Bei 26 der Patienten erfolgte eine Teilimmobilisation für ca. 24 Stunden, den restlichen 24 Patienten wurde die Gipsschiene erst ca. 72 Stunden nach dem Eingriff entfernt. Zu vier Zeitpunkten vor bzw. nach RSO wurden den Patienten Blutproben entnommen, welche auf verschiedene Gerinnungsparameter untersucht wurden. Die Konzentrationen der gemessenen Werte zu den unterschiedlichen Zeitpunkten wurden miteinander verglichen.Nach unseren Ergebnissen kommt es nach Radiosynoviorthese nicht zu einer Gerinnungsaktivierung, die das Entstehen einer Thrombose erklären könnte. Weiterhin bekräftigen unsere gewonnenen Daten keine Aussagen, wonach die Immobilisierung die Entstehung einer Thrombose hervorruft, da sich die Werte stets in Referenzbereichen bewegen. Auch eine längere Ruhigstellung des Gelenkes für 72 Stunden gegenüber 24 Stunden bedingt keine Tendenz in Richtung Hyperkoagulabilität.Eine Entscheidung pro bzw. kontra Thromboseprophylaxe muss stets individuell mit Rücksicht auf Begleitrisiken sowie Akuterkrankungen getroffen werden.


Treating inflammatory processes in joints (e.g. the ones occurring in rheumatoid arthritis) with radiosynoviorthesis (RSO) has been a common method for some time now. In many cases, RSO means a viable alternative to a surgical resection of the inflammatorily altered synovium. Our research is dealing with the decision for or against thrombosis prophylaxis in the case of RSO of the knee joint.Following the RSO, the knee joint is immobilized by means of a plaster splint. Instead of resting in bed, the patient is supposed to behave as normally as possible. Solely the knee affected is entirely immobilized while the so-called muscular venous pump is still in full working order and thus likely to prevent a venous stasis. Hence we are dealing with a partial immobilization.In order to assess objectively whether the duration of the knee joint immobilization might have a significant influence on the coagulation processes, we divided the patient population (n=50) into two groups. While 26 of the patients were submitted to a partial immobilization for app. 24 hours, the other 24 had the plaster splint removed after 72 hours, after the operation.At four stages (before and after the RSO - respectively), blood samples were taken from the patients, which were analysed with regard to various coagulation parameters. Next, the concentrations of the measured values were compared. According to our results, RSO does not lead to a coagulation activation that could explain the occurrence of a thrombosis.Moreover, as the measured values only vary within the reference ranges, our data do not confirm a correlation between immobilization and thrombosis. Also an extended immobilization of the knee joint (72 hours compared to 24 hours) might not cause hypercoagulation.A decision for or against thrombosis prophylaxis can only be taken after careful consideration of each individual case in terms of side effects as well as acute illnesses.

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