Die Radiosynoviorthese (RSO) ist seit einiger Zeit ein gängiges Verfahren zur Behandlung von entzündlichen Prozessen der Gelenke, wie sie bei der rheumatoiden Arthritis vorkommen. In vielen Fällen ist die RSO eine echte Alternative zur operativen Entfernung der entzündlich veränderten Gelenkinnenhaut. Unsere Untersuchungen beschäftigen sich mit der Thematik der Entscheidung pro bzw. kontra Thromboseprophylaxe bei Radiosynoviorthese des Kniegelenkes.Das Kniegelenk wird im Anschluß an die Radiosynovierthese mittels Gipsschiene ruhiggestellt. Dem Patienten wird keine Bettruhe vorgeschrieben, er soll sich soweit wie möglich normal verhalten. Lediglich das betroffene Knie ist vollständig immobilisiert, während jedoch die sogenannte Muskelvenenpumpe weiterhin funktioniert und es somit nicht zu einer venösen Stase kommen dürfte.Es liegt also eine Teilimmobilisation vor. Um objektiv beurteilen zu können, ob die Dauer der Ruhigstellung des Kniegelenkes einen signifikanten Unterschied auf die Gerinnung haben könnte, wurde das Patientenkollektiv (n=50) zwiegespalten:Bei 26 der Patienten erfolgte eine Teilimmobilisation für ca. 24 Stunden, den restlichen 24 Patienten wurde die Gipsschiene erst ca. 72 Stunden nach dem Eingriff entfernt. Zu vier Zeitpunkten vor bzw. nach RSO wurden den Patienten Blutproben entnommen, welche auf verschiedene Gerinnungsparameter untersucht wurden. Die Konzentrationen der gemessenen Werte zu den unterschiedlichen Zeitpunkten wurden miteinander verglichen.Nach unseren Ergebnissen kommt es nach Radiosynoviorthese nicht zu einer Gerinnungsaktivierung, die das Entstehen einer Thrombose erklären könnte. Weiterhin bekräftigen unsere gewonnenen Daten keine Aussagen, wonach die Immobilisierung die Entstehung einer Thrombose hervorruft, da sich die Werte stets in Referenzbereichen bewegen. Auch eine längere Ruhigstellung des Gelenkes für 72 Stunden gegenüber 24 Stunden bedingt keine Tendenz in Richtung Hyperkoagulabilität.Eine Entscheidung pro bzw. kontra Thromboseprophylaxe muss stets individuell mit Rücksicht auf Begleitrisiken sowie Akuterkrankungen getroffen werden.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen