Akute Epididymitis: Chronifizierung, Rezidive und Langzeitauswirkungen auf die Fertilität

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Die akute Epididymitis, meist durch sexuell übertragbare Erreger oder uropathogene Keime verursacht, ist ein häufig auftretendes Krankheitsbild in der Urologie. Der akute Verlauf geht nicht nur mit starken Schmerzen und enormem Krankheitsgefühl einher, sondern auch mögliche Spätfolgen (Rezidive, Chronifizierung, Infertilität) können Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Patienten haben. Bisher wurden die Folgen der akuten Epididymitis jedoch nicht umfassend untersucht. Für die vorliegende Arbeit erfolgte die Rekrutierung von 228 Patienten (Altersmedian 53 Jahre), die sich zwischen 2007 und 2013 in der urologischen Ambulanz der Uniklinik Gießen mit akuter Epididymitis vorgestellt hatten. Bei Studienbeginn lag die Nebenhodenentzündung mindestens 12 Monate zurück. Es gelang, von 154 Männern den Verlauf der Erkrankung durch den Fragebogen Probleme und Beschwerden nach der Nebenhodenentzündung zu erfassen. Zusätzlich füllten 120 Patienten den Fragebogen Chronic Epididmitis Symptom Index aus. In der Nachuntersuchung wurden Spermiogrammbefunde von 21 Patienten (medianes Follow-Up 61 Monate) erstellt und zusätzlich Blutproben zur Bestimmung der Sexualhormone FSH, LH, freies und Gesamttestosteron genommen. Zur Beurteilung der Fertilität wurden als Surrogatparameter vor allem die Basisparameter Spermatozoenkonzentration, Progressivmotilität und der Anteil normalgeformter Spermatozoen im Ejakulat herangezogen. Aber auch die Funktion von Prostata, Nebenhoden und Bläschendrüse wurde anhand biochemischer Parameter beurteilt. Zusätzlich erfolgte der Nachweis der Inflammationsparameter Granulozyten-Elastase und Peroxidase positive Leukozyten im Ejakulat. Für alle Parameter erfolgte ein Vergleich mit den erhobenen Befunden an Tag 14 und Tag 84 nach akuter Epididymitis. Aufgrund der relativ kleinen Stichprobengröße von 21 Patienten (Gruppe des Langzeit-Follow-Up) erfolgte zusätzlich der Vergleich der bereits vorhandenen Befunde aller rekrutierten Patienten (Gruppe des Kurzzeit-Follow-Up). Ferner wurden Fertilität und eingetretene Schwangerschaften nach akuter Epididymitis erfasst. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass es bei keinem der 154 Patienten zu einem Übergang von einer akuten in eine chronische Epididymits kam. Dezente Skrotalbeschwerden sind auch bei gesunden Männern nicht selten und wurden entsprechend auch in der vorliegenden Studie beschrieben. Jedoch sprechen die deutliche Abnahme der Schmerzintensität im Verlauf und die Normalisierung der Entzündungsparameter im Ejakulat gegen die Entwicklung einer chronischen Nebenhodenentzündung. Das Auftreten von Rezidiven nach akuter Nebenhodenentzündung ist möglich und kann nach unseren Ergebnissen mit ca. 11% angegeben werden. Ein begünstigender Faktor für das Auftreten eines Rezidivs konnte nicht identifiziert werden. Es konnte gezeigt werden, dass es nach leitliniengerechter antibiotischer Therapie zwar initial in der Frühphase nach akuter Epididymitis zur Beeinträchtigung der Ejakulatparameter, im Verlauf jedoch zur Verbesserung der Spermienparameter und zum Erhalt der Fertilität kommt. Eine epididymale Obstruktion bzw. eine Beeinträchtigung der Nebenhodenfunktion als Folge der akuten Epididymitis ist aufgrund der erhobenen Sexualhormonbefunde wahrscheinlich. Eine langfristige Schädigung des Hodenparenchyms bestätigte sich jedoch nicht. Erstmalig konnte gezeigt werden, dass keiner der Studienpatienten eine klinische Infertilität (unerfüllter Kinderwunsch über einen Zeitraum von 12 Monaten hinaus) aufwies.

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