Komplementäre Diagnostik : Ermöglichen Irisdiagnostik / Iridologie und Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein die Diagnose von Malignomen? - Eine prospektive Studie
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Zusammenfassung
Hintergrund Die Irisdiagnostik / Iridologie und die Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein haben eine hohe Akzeptanz bei Patienten. Beide Methoden werden von annähernd 100% der Heilpraktiker zur Krebsprävention angewendet. Sie versprechen die Erkennung eines Malignoms in einem frühen und symptomlosen Stadium. Die Irisdiagnostik erkennt angeblich das an Krebs erkrankte Organ und die Dunkelfeldmikroskopie ermöglicht die Diagnose von akuten und metastasierten Karzinomen im Gegensatz zu gesunden Personen. Die Studie sollte klären, ob beide Verfahren es zulassen, ein Malignom des Ovars, des Uterus, der Mamma, der Prostata und kolorektale Karzinome zu diagnostizieren. Material und Methoden Einem staatlich geprüften Heilpraktiker mit langjähriger Erfahrung in beiden Verfahren wurden 110 Testpersonen ohne Vorinformationen und verhüllt vorgestellt. Von den Testpersonen waren 68 an einem histologisch gesicherten Karzinom der fünf oben genannten Entitäten erkrankt. Eine Kommunikation durfte nicht stattfinden. Durch die Betrachtung mit einem Irismikroskop soll die Iris nach Krankheitszeichen (Pigmente, Krypten, Lakunen, Substanzzeichen) abgesucht werden. Bei der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein wird ein Bluttropfen aus der Fingerbeere entnommen und unter dem Dunkelfeldmikroskop analysiert. Ergebnis Im Ergebnis wurden bei den 68 an einem Tumor erkrankten Patienten mit der Irisdiagnostik nur drei richtig identifiziert. Bei der Dunkelfeldmikroskopie sah das Ergebnis unwesentlich besser aus. Hier wurden von den 12 akuten und metastasierten Karzinomen nur drei richtig erkannt. Im Gegensatz dazu wurde bei 30 von 41 Personen eine akute Tumorerkrankung mit der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein festgestellt, obwohl klinisch und anamnestisch keine Tumorerkrankung vorhanden war. Fazit Beide Verfahren lassen keine zuverlässige Aussage zu Tumorentitäten zu. Wegen der hohen Anzahl von falsch-positiven Aussagen kann es bei den Patienten zu unnötigen Ängsten, einer Verunsicherung sowie bei falsch-negativen Aussagen zu einer Scheinsicherheit kommen. Nachfolgend werden meist komplementäre Therapieverfahren eingeleitet, welche hohe Kosten verursachen können. Beide Verfahren haben keine Berechtigung in der Diagnose von Tumoren. Ihre Anwendung ist abzulehnen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
