Diagnostische Methodenkombination zur Differenzierung von atypischen Parkinsonvarianten und idiopathischem Parkinson-Syndrom

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-13987

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Die Parkinsonerkrankung (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, deren Inzidenz und Prävalenz mit dem Alter ansteigt. Die Erkrankung ist durch den Symptomenkomplex Rigor, Tremor und Akinese charakterisiert. Bei der klinischen Diagnose bleibt bei circa 15-20% der Patienten eine Unsicherheit, ob es sich um einen M. Parkinson oder ein atypisches Parkinson-Syndrom handelt. Das klinische Bild kann insbesondere zu Beginn der Erkrankung sehr ähnlich sein. Aufgrund der unterschiedlichen Prognose, Therapie und Lebenserwartung, die mit den verschiedenen Erkrankungen verbunden ist, ist eine frühzeitige Unterscheidung wünschenswert. Daher ist zur weiteren Differenzierung eine apparative Zusatzdiagnostik notwendig. Zahlreiche bildgebende Verfahren wurden vorgeschlagen, ohne dass sich eine Methode im klinischen Alltag mit ausreichender Sensitivität und Spezifität durchsetzen konnte. Bei Anwendung der Diffussionswichtung hat die hohe Inzidenz von vaskulären Läsionen (WML) in dieser Altersgruppe immer wieder zu Diskussionen über deren Einfluss auf die Messergebnisse geführt. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel zu untersuchen:1. Ob im Einzelfall eine Differenzierung zwischen M. Parkinson und atypischen Parkinsonerkrankungen mittels dem MRT und der Hirnparenchymsonographie möglich ist.2. Ob das Vorhandensein von WML die Diagnosefindung beeinflusst Es wurden die MRTs von je 20 Patienten mit M. Parkinson (Idiopathic Parkinsonsons disease =IPD), M. Parkinson (IPD) mit vaskulären Läsionen, Multisystematrophiecerebellare Variante (MSA-C), Multisystematrophie mit Parkinsonsymptomatik (MSAP) und progressiver Blickparese (progressive supranuclear palsy = PSP) bezüglich des Auftretens von einer Atrophie des Kortex, des Kleinhirns, des Mittelhirns, des Putamens und der Pons sowie eines Signalanstiegs des Kleinhirnstiels, einer kreuzförmigen Hyperintensität im Bereich der Pons ( hot cross bun sign ) und einer lateral des Putamen gelegene Hyperintensität (hyperintense rim) untersucht. Zusätzlich wurden die ADC Werte im Bereich de Putamens, Pallidums und des mittleren Kleinhirnstiels und die Ergebnisse der Hirnparenchymsonographie zur Differenzierung herangezogen. Im konventionellen MRT zeigten sich die erwarteten, typischen Befunde für Patienten mit IPD, IPD mit vaskulären Läsionen, MSA-P, MSA-C und PSP. Mit einer Sensitivität der Veränderungen von maximal 40-65% war jedoch keine ausreichende Differenzierung möglich. Die Messwerte des regionalen Diffusionskoeffizienten im Putamen erlaubten eine eindeutige Abgrenzung der idiopathischen Parkinsonerkrankung von den atypischen Parkinson-Syndromen. Zur weiteren Unterscheidung der atypischen Parkinsonvarianten ergab sich eine eindeutige Differenzierung von MSA-P zu PSP in allen Messregionen in der DWI. Für die Diagnose einer MSA-C stellte sich das Putamen als diskriminierungstärkste Region heraus, während bei der PSP der mittlere Kleinhirnstiel (MCP) die beste Unterscheidungsmöglichkeit darstellte. Die vaskulären Läsionen reduzierten die Trennschärfe bei der Unterscheidung zwischen M.Parkinson und PSP. Die Hirnparenchymsonographie ergab durch die Hyperintensität der Substantia nigra bei IPD eine vollständige Diskriminierung zu den atypischen Parkinsonvarianten. Die Unterscheidung der atypischen Parkinsonsyndrome wird durch die Messung der Weite des 3. Ventrikels unterstützt. Es fand sich eine eindeutige Diskriminierung zwischen MSA-P und PSP. Um in Zweifelsfällen eine atypische Parkinsonerkrankung von einem M. Parkinson zu unterscheiden empfiehlt sich folgerichtig die Anwendung beider Techniken um eine möglichst hohe Diagnosesicherheit zu erreichen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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