Einfluss der Epitheldicke auf die Ergebnisse der Autofluoreszenzendoskopie bei pathologischen Veränderungen der Stimmlippen
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Zusammenfassung
Die Suche nach einer Methode zur Früherkennung von präkanzerösen und kanzerösen Schleimhautläsionen ist schon seit langem ein entschiedenes Ziel in der Tumordiagnostik. In diesem Zusammenhang wird der Autofluorezenzendoskopie bereits in vielen Fachbereichen ein zukunftsweisendes Potential zugesprochen Arens et al., 1999; Arens, 2003; Dhingra et al., 1996; Fryen et al., 1997; Gillenwater et al., 1998a, 1998b; Malzahn et al., 2002; Ramanujam et al., 1993; argi et al., 1997. Unterstützend zur klinischen Untersuchung konnte mit der Autofluoreszenzendoskopie in der Unterscheidung einfacher Hyperplasien und präkanzeröser Läsionen eine Spezifität von 97,3 % bei einer Sensitivität von 83,3 % erreicht werden Malzahn et al., 2002. In der vorliegenden Arbeit soll die Autofluoreszenzdiagnostik bezüglich ihrer Phänomene bei der klinischen Anwendung bei pT1a Larynxkarzinomen und deren dysplastischen Vorstufen, bzw. die Verbindung zwischen Autofluoreszenzverlust und Epitheldicke untersucht werden.Ziel dieser Studie ist es, verschiedene Epithelläsionen in ihrer vertikalen Ausdehnung zu vermessen, Orientierungsbereiche dieser Epitheldicken zu finden und zu vergleichen, ob sich diese Veränderungen in charakteristischer Art und Weise dem zugehörigen Autofluoreszenzbild zuordnen lassen. Aus dem Archiv der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Justus-Liebig-Universität (JLU) Giessen wurden 194 Patienten ausgewählt, die in den Jahren 1999-2004 per Autofluoreszenzendoskopie an den Stimmlippen untersucht und befundet worden waren. Davon waren 165 ( 85,5 %) Männer und 28 ( 14,51 %) Frauen im Altersbereich von 32-92 Jahren. Vorhandene Läsionen wurden im jeweiligen Behandlungszeitraum im Rahmen von Mikrolaryngoskopien als Excisionsbiopsie, Dekortikations-, oder Chordektomiepräparat exzidiert.Betrachtet man die einzelnen Erkrankungen in Zusammenhang mit den von ihnen aufgewiesenen AF-Signalen, so lässt sich folgendes feststellen (Tab. 3.2):Physiogisches Epithel (Gruppe1.)) war im Mittel 147 µm dick, und wies wie die Reinke Ödeme (Gruppe 2.)), deren Epithel im Durchschnitt 218 µm dick war, keinen AF-Verlust auf.Veränderungen wie Papillome (Gruppe 3.)), Polypen (Gruppe 4.)) oder laryngitisches Gewebe ohne Dysplasie (Gruppe 5.)) wiesen einen leichten AF-Verlust auf, ihre Epithelschicht war mittelwertig 244-273 µm dick.Fälle mit der Diagnose einer leichten Dysplasie (Gruppe 6.a)ohne- und 6.b)mit Laryngitis) wiesen in 12 % keinen AF-Verlust auf, bei 73 % war das Signal leicht abgeschwächt, und bei 15 % zeigte sich ein starker AF-Verlust, wobei das Epithel auf 258 µm verdickt war.Eine Epitheldicke von 300 µm erreichten mittelschwere dysplastische Veränderungen (Gruppe 7.a)ohne- und 7.b) mit Laryngitis), sie hatten in 29 % keinen AF-Verlust, das Signal war bei 38 % leicht und bei 33 % stark abgeschwächt.Schwere Dysplasien (Gruppe 8.a)ohne- und 8.b) mit Laryngitis) enthielten keinen Fall ohne AF-Verlust, ein leichter zeigte sich in 26 %, ein schwerer in 74 %. Karzinomata in situ wiesen zu 100 % der vorliegenden Fälle einen schweren AF-Verlust auf. Fasst man die Gruppe der schweren Dysplasien mit der, der Karzinomata in situ (Gruppe8.c))zu einer Gruppe zusammen, wie es bei der Vermessung der epithelialen Schichtdicke bereits ebenfalls erfolgte(Gruppe 8.)), so weisen von 31 insgesamt untersuchten Fällen 16 % einen leichten, und 84 % einen starken AF-Verlust auf, wobei die mittlere Epitheldicke 444µm betrug, bei alleiniger Betrachtung der Gruppe 8.c) wurden sogar fast 500 µm erreicht. Die untersuchten pT1a-Karzinome (Gruppe 9.)) erreichten im Mittel Werte von 975 µm, und hatten in 3 % ein leicht, in 97 % der Fälle ein stark abgeschwächtes AF-Signal. Karzinome ohne AF-Verlust wurden nicht gefunden.Wie erwartet, korrelierte die Stärke des AF-Verlustes mit dem Anstieg der Epitheldicke.Wir sehen die Autofluoreszenzdiagnostik der laryngealen Schleimhaut als eine reine Ausbreitungsdiagnostik zur grundsätzlichen Detektion einer Läsion, sowie der tatsächlichen horizontalen Flächenausdehnung präkanzeröser und kanzeröser Schleimhautveränderungen. Sie stellte sich in unserer Untersuchung als ungeeignet dar, Epithelveränderungen ab einer bestimmten vertikalen Schichtdicke vollständig zu erfassen, oder Rückschlüsse auf die exakte Dignität der Läsion zu ziehen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
HNO, 56, 2008,6, S. 609-613
