Zielsetzung: Veränderungen der Perfusion werden in zunehmendem Maße in der Pathogenese verschiedener okulärer Erkrankungen diskutiert. Die Gefäße der Orbita sind der Dopplersonographie leicht zugänglich. Diese prospektive Studie etabliert Normwerte der Flußparameter in den retrobulbären Gefäßen.
Methodik und Probanden: Wir untersuchten die A. ophthalmica (OA), A. centralis retinae (CRA), Aa. ciliares posteriores breves (PCAs) und Aa. ciliares posteriores longi (PCAl) in 73 gesunden Freiwilligen (Alter 17 bis 82 Jahre, eine Stenose der A. carotis communis wurde sonographisch ausgeschlossen, normaler intraokulärer Druck) mittels der Dopplersonographie (Schallkopf 7,5PL13, phased array, Sendefrequenz 9 MHz). Wir bestimmten die maximale systolische Flußgeschwindigkeit (PSV), enddiastolische Flußgeschwindigkeit(EDV), Pulsatilitätsindex (PI) und Widerstandsindex(RI).
Ergebnisse: Folgende mittlere Flußgeschwindigkeiten wurden ermittelt: in der OA PSV 44.8 cm/s, EDV 8.13 cm/s; in derCRA: PSV 12.1 cm/s, EDV 3.1 cm/s, in der PCAl: PSV 15.4 cm/s, EDV 4.3 cm/s; in der PCAs: PSV 12.2 cm/s, EDV 3.9 cm/s. Die PCAs, die etwa 85 % der choroidalen Perfusion ausmachen, zeigen ein typisches Flußprofil mit geringen Widerstand im peripheren Gefäßbett, ohne oder mit nur angedeuteter dichrotischer Kerbe, das eindeutig vom Flußprofil anderer retrobulbärer Gefäße unterschieden werden kann.
Schlußfolgerung: Die retrobulbären Gefäße können anhand ihres spezifischen Dopplerflußprofils voneinander differenziert werden. Mit dieser nicht-invasiven Methode können Rückschlüsse auf die choroidale Perfusion gezogen werden, die in der Entwicklung pathophysiologischer Konzepte okulärer Erkrankungen von Bedeutung sind.
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