Körperliche und psychosoziale Gesundheit von 106 Lebendnierenspendern am Transplantationszentrum Gießen

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Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine retrospektive Analyse sowie aktuelleUntersuchung zur körperlichen und psychisch-sozialen Gesundheit von 106Lebendnierenspendern am Transplantationszentrum Gießen (1993-2003).Wir führten eine allgemein-körperliche, als auch eine speziell nephrologische Diagnostikdurch. Lebensqualität und psychisch-sozialer Status wurden mit dem standardisierten SF-36in Kombination mit einem selbst erstellten Fragebogen erfasst.69 der 106 (65 %) Lebendnierenspender (5,3 ± 0,6 Jahre nach Spende) wurdeneingeschlossen. Die 37 Drop-outs waren größtenteils Spender ausländischer Herkunft (Dropouts:23 von 28 (82%) Migranten, 14 von 78 (18%) Deutschen; P=0,01 x 10-8).Die aktuelle Nierenfunktion der Spender war gut (Kreatinin im Serum: 1,3 ± 0,2 mg/dl;Kreatinin-Clearance: 81 ± 10 ml/min; Verhältnis der Kreatinin-Clearance nach gegenüber vorSpende: 0,73 ± 0,09) mit einer Proteinurie überwiegend im Normbereich (104 ± 17 mg/Tag;Proteinurie > 150 mg/Tag bei 8 von 43 Patienten (19 %)). Keiner der Spender litt an einerterminalen Niereninsuffizienz. 36 der 69 (52%) Spender entwickelten eine arterielleHypertonie. Diese Spender waren zum Zeitpunkt der Nierenspende signifikant älter(50,7 ± 8,4 gegen 46,4 ± 8,1 Jahre; P=0,01) und die Spende lag signifikant länger zurück(6,4 ± 1,1 gegen 3,9 ± 0,7 Jahre; P=0,001) als bei den normotensiven Spendern. Der SF-36-Fragebogen zeigte bei unseren Spendern höhere Scores sowohl bei der physischen (54,3 ± 7,0gegen 49,3 ± 8,8; P=0,048) als auch der psychischen Gesundheit (53,8 ± 5,3 gegen 50,7 ± 8,5;P=0,043) im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Bei 13/69 (19%) der Spender traten imZusammenhang mit der Spende finanzielle Probleme auf, größtenteils durch Nicht-Erstattungvon Fahrtkosten. Kein Spender nutzte die Zahlung des Verdienstausfalls durch dieEmpfänger-Krankenkasse für die Fehlzeiten im Rahmen der Voruntersuchungen. DieTermine wurden durch Inanspruchnahme von Urlaubstagen, durch hausärztlicheBescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit oder in der Freizeit wahrgenommen.Wir fanden in unserer Spenderpopulation eine gute Nierenfunktion und im Vergleich zumDurchschnitt der deutschen Bevölkerung bessere SF-36 Scores zu physischer und psychischerGesundheit. Das Risiko, eine arterielle Hypertonie zu entwickeln, steigt mit dem Lebensalterund der Zeit nach Spende. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines lebenslangenregelmäßigen Blutdruck-Screenings nach Spende. Regelmäßige Nachuntersuchungen vonSpendern ausländischer Herkunft sind aus vielfältigen Gründen schwieriger zu organisierenund derzeit als unzureichend anzusehen. Diese Problematik sollte bereits vor der Spendebedacht und intensiv besprochen werden. Bezüglich der finanziellen Belastungen für denSpender besteht ein deutlich erhöhter Aufklärungsbedarf vor Spende, insbesondere unterEinbeziehung der Arbeitgeber der Spender und Krankenkassen der Empfänger.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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