Validierung der Auswertungsmethoden für Hüftgelenksdysplasie beim Hund aus genetischer Sicht

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Das Anliegen der Arbeit war es beispielhaft an einer Population des Berger des Pyrénées das HD-Geschehen unter den Aspekten der Züchtung und der Gesundheitsprognose zu analysieren. Die Auswertungsverfahren FCI, Schweizer Methode und Hipscore wurden parallel angewandt. Außerdem wurde eine NW-Messung von 2 Ausmessern erfasst und die Ergebnisse einer Besitzerbefragung nach klinischen Symptomen aufgrund HD integriert. Anhand der Häufigkeiten, der Korrelationen und Regressionen, der Heritabilitäten und anhand von Selektionsindices wurden Wege für eine verbesserte Züchtungsinformation aufgezeigt. Für die Untersuchungen lagen 471 Röntgenbilder von 1984 bis 1996 vor. An allen Bildern wurde der NW vermessen, von 469 gab es eine offizielle FCI-Auswertung (Auswerter 1). Für die parallele Auswertung wurde das Material eingeschränkt. 287 Filme von 1984 bis 1993 wurden von etablierten Auswertern der Verfahren nach FCI (Auswerter 2), Schweizer Methode (Auswerter 3) und Hipscore (Auswerter 4) beurteilt. Bei FCI lagen Ergebnisse zum HD-Grad und 18 Kriterien vor, bei der Schweizer Methode zum HD-Grad und 6 Kriterien und beim Hipscore zu 9 Kriterien. Von 147 dieser Hunde ergab die Besitzerbefragung Informationen. Bei 14 Hunden trat eine Lahmheit aufgrund HD auf. Alle Hunde mit HD-schwer zeigten Symptome, aber kein Hund mit HD-frei. In den Jahren 1984 bis 1993 wurden nach dem offiziellen FCI-Gutachten 30,9% der Hunde als HD-frei, 33,3% als HD-Übergang, 20,4% als HD-leicht, 10,5% als HD-mittel und 4,9% als HD-schwer beurteilt. Der Vergleich zwischen den HD-Graden der Auswerter 1, 2 und 3 zeigte Niveauunterschiede von 0,28 HD-Graden. Die Beurteilung des Einzeltieres stimmte bei den FCI-Auswertungen (Auswerter 1 und 2) zu etwa 60% überein, in 36% war eine Abweichung von einem HD-Grad, in 4% von 2 HD-Graden vorhanden. Die FCI-Auswertungen (Auswerter 1 und 2) stimmten zu etwa 50% mit den HD-Auswertungen der Schweizer Methode überein. Die fehlende Übereinstimmung zwischen den HD-Graden macht auch die Konstruktion eines Übertragungsschlüssel zwischen FCI, Schweiz und Hipscore unmöglich, nur bei der Gesamtpunktzahl von Schweiz und Hipscore ist eine Übertragung vorstellbar. Trotz großer Unterschiede in den Beurteilungen erreichten die HD-Grade der Auswerter 1, 2 und 3 genetische Korrelationen von 0,93 bis 0,98, auch die Heritabilitäten (h(hoch)2) liegen mit 0,47 bis 0,50 auf gleichem Niveau. Die Gesamtpunktzahl ist das Endergebnis des Hipscore und konnte auch bei FCI und Schweizer Methode erfasst werden. Die Heritabilität der Gesamtpunktzahl lag mit 0,62 bis 0,86 höher als die Heritabilität der HD-Grade. Die Hipscore-Gesamtpunktzahl erreichte eine Heritabilität von 0,86. Die NW der Auswerter 2, 3 und 4 hatten Heritabilitäten von 0,65, 0,46 und 0,60. Die Heritabilität der NW-Messung, als Summe beider Ausmesser, betrug 0,74. Die Heritabilitäten der Einzelkriterien lagen insbesondere bei den Arthrosekriterien sehr hoch. Durch den Ausschluss zweier HD vererbender Rüden und deren Nachkommen in Datensatz 2 sank die Heritabilität mancher Arthrosekriterien auf oder nahe 0, da die Veränderungen spezifisch für diese Gruppe waren. Auch die Heritabilitäten der Gesamtpunktzahlen, der HD-Grade und der NW sank, wobei die Reduzierung der Heritabilität bei der NW-Messung am Geringsten ausfiel. Auch an der Teilpopulation von 1994 bis 1996 mit weniger Hunden mit stark arthrotisch veränderten Hüften behielt der NW eine Heritabilität von 0,60 bzw. 0,63, während die Heritabilität des HD-Grades (Auswerter 1) auf 0,22 sank. Zwischen den Arthrosekriterien wurden genetische Korrelation bis zu 1,00 erreicht. Auch eine Gruppe von Subluxationskriterien waren bei der Schweizer Methode und dem Hipscore genetisch sehr ähnlich. Die genetischen Korrelationen zwischen den NW-Auswertungen und den NW-Messungen lagen zwischen 0,98 und 1,00. Hier wurde ein identisches Kriterium beschrieben. Die Regression auf das Endergebnis (HD-Grade, Gesamtpunktzahl) zeigte wiederum, dass immer nur 4 oder 5 Einzelkriterien nötig sind, um ein Endergebnis weitgehend zu determinieren. Immer ergänzten sich Arthrose- und Subluxationskriterien. Die Vielzahl der Kriterien verbesserten die Erfassung nicht oder nur marginal. Durch die Gewichtung von Einzelkriterien in einem Selektionsindex konnte ein größerer Zuchtfortschritt von 22 - 25% mit den Schweizer Kriterien und 36 - 43% mit den Hipscore-Kriterien im Vergleich zum HD-Grad als Züchtungsinformation und Zielgröße erreicht werden. Aber auch mit dem NW als Einzelkriterium im Index waren größere Zuchtfortschritte von 8 - 14% möglich. Der NW besticht als Züchtungsinformation durch ein hohes stabiles h(hoch)2, eine objektive Erfassbarkeit auf einer größeren Skala und eine hohe Korrelation und Regression auf die Endergebnisse. Abschließend ist festzustellen, dass die Merkmalserfassung bei der HD entweder über die Nutzung von Gesamtpunktzahlen, unterschiedlich gewichtete Einzelkriterien oder Messungen optimiert werden kann.

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